Gaddi, der Name mehrerer ausgezeichneter florentin. Maler. Gaddo G. (geb. um 1259, est. 1332) war besonders Mosaizist und führte als soicher hauptsächlich folgende, noch erhaltene Werke aus: die Krönung der Maria in einer Lunette des Doms zu Florenz, eine Himmelfahrt der Maria im Donie zu Pisa, einzelne Bilder in der Kuppel der Taufkirche in Florenz. Die Behandlung dieser Mosaiken zeigt den reinsten Byzantinismus mit der mildern Auffassungsweise des Cimabue vereinigt, dessen Zeitgenosse und Freund der Künstler war. G. fertigte auch kleinere Mosaikbilder und malte in Tempera. Sein Sohn, Taddeo G. (geb. um 1300, gest. 1366), war der bedeutendste Schüler des Giotto. Er folgte der Richtung seines Meisters, nicht ohne eine weitere wichtiastes Werl Stils und der Technik. Sein wichtigstes Werk ist ein Cyklus von Darstellungen aus dem Leben der Maria an den Wänden der Kapelle Baroncelli in Sta.⸗Croce zu Florenz. Die Geburt des Marienkindes, sein Eintritt in den Tempel, wo ihm die Tempeljungfrauen voll Freude entgegeneilen, dann die Verkündigung, die Heimsuchung, die auf dem Berge harrenden Weisen, denen endlich der Stern und das Christkind in demselben erscheint: das alles ist mit einer ungemein zarten und naiven Phantasie und mit idyllischer und liebenswürdiger Anmut dargestellt. Sehr verdorben sind die Malereien, Scenen aus dem Leben des heil. Hrand⸗ welche G. in San-Francesco zu Pisa ausführte. Außer diesen Wandgemälden hat man von dem Künstler kleinere, sehr zierlich gefertigte Tafeln, von denen mehrere in der Sammlung der florentiner Akademie, andere im berliner Museum vorkommen. Letztere, die zusammen ein kleines Altarwerk bilden, sind mit der Jahreszahl 1334 bezeichnet. Wie die meisten Maler seiner und der folgenden Zeit beschäftigte sich G. auch mit der Baukunst. So gehört er zu den Baumeistern des Doms von Florenz und vollendete dessen Glockenturm. Auch soll er die alte Brücke von Florenz nach der überschwemmung von 1333 wiederhergestellt und eine andere, Sta.⸗Trinità, gegründet haben. Sein Sohn und Schüler, Agnolo G. (geb. 1333, gest. 1390), Wrest ihm im Stil. Von seinen Arbeiten sind die Fresken in der Kapelle des Gürtels der heiligen Jungfrau zu Prato am besten erhalten; auch im Chore von Sta.⸗Croce zu Florenz war er thätig. „Sein älterer Bruder, Giovanni G., von dem einige später untergegangene Bilder im Kloster Santo-Spirito herrühren, erregte die schönsten Erwartungen, starb aber sehr jung. Die Familie G., von der mehrere sich in Staat und Kirche auszeichneten (Niccold legte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. eine große Kunstsammlung und Bibliothek an), erlosch 1607; Name und Besitz gingen an einen 1796 Lials Wilheln Zweig der Pitti über.