Gatti (Bernardino), ital. Maler, geb. in Pavia um 1495, Sohn eines Droguisten, nach dessen Fabrikat, soja, man den Künstler Il Sojaro nannte, war Correggios Schüler. Eigen ist ihm ein bezaubernder Ausdruck von Lieblichkeit, namentlich bei weiblichen Gestalten und Kindern. Er liebt ein starkes Relief und läßt seine Figuren sich kräftig von dem Fond abheben. Trotz seiner Abhängigkeit von Correggio hatte er auch außerordentliches Geschick, andere Maler bis zur Täuschung nachzuahmen. Die meisten Arbeiten, und darunter in der Regel wieder monumentale — (seine Staffeleigemälde sind selten), schuf er für Parma, Piacenza und Cremona. Na letzterer Stadt befindet sich in der Lateranensischen irche sein gewaltigstes, figurenreiches Werk: das Wunder des Brotes, 1522 gemalt. In Sta.Maria di Campagna zu Piacenza vollendete er 1553 die von Pordenone begonnenen Malereien der Georgslegende völlig in dessen Charakter. In Sta.⸗Magdalena in Parma malte er eine Pieta, in Cremona in der Domkirche die Himmelfahrt, endlich die Kupel der Steccata in Parma mit einer herrlichen Getalt der Jungfrau Maria, 1566. G. starb 1575 in Parma.