Gadebusch, alies Städtchen im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, in freundlicher, waldiger Gegend am Flusse Rabegast 24 km westnordwestlich von Schwerin, ist Hauptort des gleichnamigen Amts, hat die im reinsten byzant. Stil evbaute St. Jakobikirche mit einem 45 m hohen Turme, ein stattliches Rathaus, ein 1570 im Renaissancestil aufgeführtes Schloß (früher Residenz, jetzt Domanialamtsgebäude), eine Bürger⸗ und eine Gewerbeschule. Der Ort, Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1880) 2557 E., welche Brauereien und Brennereien unterhalten. Schon 1181 wurde G. durch Heinrich den Löwen verwüstet und 1218 erhielt es Lübisches Recht. In der Nähe der Stadt wurden mehrere Schlachten geliefert, wie die Schlacht von 1283 auf der Rambeeler Heide, in welcher die Söohne Heinrichs I. von Braunschweig über die Sachsen und Brandenburger siegten, und die am 20. Dez. 1712 bei dem Dorfe Wakenstedt, wo die Schweden unter Steenbock über die Dänen unter Friedich IV. den Sieg davontrugen, bevor das sächs. Hilfskorps unter Graf Flemming den letztern Bei- und leisten konnte. G. kapitulierte am folgenden ge. Bei dem nahen Dorfe Lütz o w siel in einem Gefechte 26. Aug. 1813 Theodor Körner (s. d.); er wurde unter einer alten Eiche bei Wöbbelin bestattet, wo ihm auch ein gußeisernes Denkmal errichtet wurde. Neben ihm haben auch seine Schwester und seine Eltern ihre Ruhestätten. Am 26. Aug. 1863 fand hier von seiten der noch lebenden Lützower und anderer Veteranen der Jahre 1813—15 eine großartige Gedächtnisfeier statt.