FeedGadolinit
NaturlehreBrockhaus 1882

Gadolinit, ein Mineral, das im rhombischen (nach einigen im monoklinen) System krystallisiert, aber nur höchs selten in einigermaßen deutlich ausgebildeten kurzsäulenförmigen Krystallen, meist in derben eingesprengten Massen auftritt, welche pechschwarz und rabenschwarz, fettartig glasglänzend, kantendurchscheinend bis undurchsichtig sind, von muscheligem bis unebenem Bruch, ohne hervortretende Spaltbarkeit. Härte = 6,5 bis 7, spezifisches Gewicht ⸗ 4 bis 4,3. Merkwürdigerweise verhält sich der G. bald wie ein amorpher einfach-brechender Körper, bald doppeltbrechend, bald stellt er ein Aggregat von einfach- und doppeltbrechenden Partien dar. Die chem. Das Gne ur hat sich als wechselnd ergeben, sodaß eine auf alle Vorkommnisse passende Formel nicht aufgestellt werden kann. Im allgemeinen ist der G. aber ein Silicat von Yttererde, Eisenoxydul, Lanthanoxyd (Ceroxydul), sowie Beryllerde, welche jedoch bisweilen auch ganz fehlt. Vor dem Lötrohr verglimmen einige Varietäten unter Anschwellen sehr lebhaft, indessen ohne zu r Absche Salzsäure bewirkt völlige Zersetzung unter Abscheidung gallertartiger Kieselsäure. Der G. findet sich fast stets nur im Granit eingewachsen, z. B. zu Finbo, Ytterby, Falun in Schweden, Hitteröe in Norwegen, im Radauthal am Harz, bei Schreibershau in Schlesien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 448Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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