FeedGadus morrhua
ErdkundeBrockhaus 1882

Gadus morrhua, der Kabeljau (s. d.). Galisch, s. Gälisch. Gata, Hafenstadt und durch ihre Lage eine der stärksten Festungen in der ital. Provinz Caserta (Terra di Lavoro), 110 km im SO. von Rom, 70 km im NW. von Neapel und 15 km im W. der Mündung des Garigliano (Liris), auf einem kleinen, durch eine schmale Landzunge mit dem Festlande verbundenen, schroffen, felsigen und ziemlich vegetationsarmen Vorgebirge am Tyrrhenischen Meere, welches hier den herrlichen, von wohlbebauten Ufern und allen Reizen des südl. Himmels umgebenen Golf von G. (Sinus Cajetanus) bildet, ist der Sitz eines Bischofs (seit 850 statt Formia), sowie Hauptort des Distrikts G. und zählt (1881) 16901 C., welche etwas Handel, besonders aber Fischfang treiben. Unter den Gebäuden zeichnet sich die Kathedrale des heil. Erasmus und der Turm, den Kaiser Friedrich Barbarossa erbaut haben soll, durch Bauart und Höhe aus. Im Kastell auf einem Felsen über der Stadt ist der Leichnam des Connétable Karl von Bourbon beigesetzt. Auch der Prinz Ludwig von Hessen-Philippsthal, der tapfere Verteidiger G.s 1806, liegt hier begraben. Die Umgebungen der Stadt sind reizend und mit vielen Landhäusern und Orangegärten geziert. Auf dem Monte-Corvo, 2 km von G., steht der sog. Rolandsturm, das Grabmal des L. Munatius Plancus. G. ist sehr alt, nach der Sage schon von Aneas gegründet und 26 dessen hier bestatteter Amme Cajeta benannt. Es diente mit seiner Umgebung im Altertum vielen vornehmen Römern zum Aufenthaltsort und war mit Villen, Theatern, Tempeln, Mausoleen u. s. w. erfüllt. Kaiser Antoninus Pius legte den Hafen an oder erweiterte ihn wenigstens. Jenseit der Vorstädte +* im innersten Winkel des Golfs und an der von Rom nach Neapel führenden Straße Formia, früher Mola di Gaäta, auf den Ruinen der uralten Stadt Formiä. Nach dem Untergange des Römischen Reichs hatte G. eine Zeit lang republikanische Verfassung und wurde darauf von Herzögen regiert, die den Papst als Lehnsherrn anerkannten, bis es 25. Dez. 1435 König Alfons V. von Aragonien eroberte, worauf es mit Aragonien vereinigt wurde und später an Neapel kam. Die Festung, das aital. Gibraltary genannt, besteht hauptsächlich aus einem bastionierten niedrigen Wall mit Graben und Glacis. an den Thoren mit wenigen Außenwerken, alten Tracés, die aber das Vorterrain wirksam bestreichen. Dahinter liegt eine Art Terrasse, und an diese D.s rückwärts die steile, eskarpierte Felsenwand Dreieinigkeitsbergs, in welche auf ihrer ganzen Längenerstreckung Geschützkasematten eingebrochen sind. Zur bessern Sicherung der Reede sollen bis Ende des Jahres 1884 einige, mit 24 und 32 em-Geschützen bewaffnete Seebatterien erbaut werden. G. wurde von den Ssterreichern unter General Daun 30. Sept. 1707 nach dreimonatlicher Belagerung erstürmt. Nachdem der Platz 1711 stärker befestigt worden, belagerte 1734 ein vereinigtes franz.⸗ span. und sardin. Armeekorps unter dem nachmalien König Karl von Neapel fünf Monate lang die Feng und zwang sie 6. Aug. auf ehrenvolle Bedinngen zur Übergabe. Seitdem noch mehr befestigt, hielten sie die Franzosen vom Mai bis zum 5. Juni 1799 besetzt. Die Franzosen unter Massena belagerten 1806 die Festung, welche Prinz Ludwig von Hessen-Philippsthal vom 13. Febr. bis zum Juli verteidigte, bis eine sehr schwere Verwundung ihn nötigte, sich zur Heilung nach Sicilien überschiffen zu lassen, worauf die Festung 18. Juli kapitulierte. Im J. 1815 räumte der neapolit. Oberst Begani den Platz nach mehrmonatlicher Belagerung durch die Osterreicher. Nach seiner Flucht aus Rom hielt sich Papst Pius IX. vom 25. Nov. 1848 bis zum 4. Sept. 1849 in der Stadt auf. Nachdem sich 2. Nov. 1860 Capua ergeben, zog sich König Franz II. von Neapel mit dem Reste seines Heers nach G. zurück, das nun erst von der Landseite, seit 19. Jan. 1861 auch von der Seeseite durch die piemont. Streitkräfte eingeschlossen ward und 13. Febr. 1861 kapitulierte. Verrat beschleunigte den Fall der Festung, deren Verteidigungsmittel gerade in letzter Zeit sehr vermehrt worden waren. Vgl. «Kurze Nachrichten von der Festung G. und deren Belagerungen » (Lpz. 1806), (Geschichte G.s von der dunkeln Vorzeit bis 18159(Wien 1823); Garnier, Journal du siège de G.» (Par. 1861), (Mémoire sur le siège de G. (Stockh. 1861). Gaffel nennt man an Bord von Schiffen diejenigen Segelstangen, welche im Gegensatz zu den quer hängenden Raagen in der Längsrichtung angebracht sind. Sie tragen ihren Namen von der gabelähnlichen Form ihres innern und stärkern Endes, mit der sie entweder die Masten selbst, oder wenn diese zu dick sind, einen dünnern hinter ihnen befestigten ẽ Schnaumast umfassen, an dem sie auf⸗ und abgleiten können. Das innere Ende der G. heißt Klau, das äußere dünnere Pik. Die Raasegel sind 40 die Gaffelsegel trapezförmig geschnitten. Weil letztere in der Längsrichtung des Schiffs stehen, kann man mit ihnen schärfer an den Wind gehen, als mit Raasegeln. Auf kleinen Fahrzeugen führt man deshalb die letztern nicht, sondern nur Gaffelsegel. Auf großen Schiffen dienen diese nur bei seitlichem Winde, weil sie sonst den Wind aus den Raasegeln nehmen würden, sowie als Sturmsegel. Auf dreimastigen Schiffen hat jeder Mast ein Gaffelsegel. Von vorn an gerechnet heißen sie Vor⸗, Großgaffelsegel und Besan. Auf Briggs wird das hinterste Briggsegel, auf Schonern Großsegel genannt. Auf Barkschiffen, deren dritter hinterste Mast keine Raaen führt, hat man über dem Besan noch ein zweites, das Gaffeltopsegel, das an der Verlängerung des Besanmastes, der Besanstange fährt. Die hintere untere Ecke der Gaffelsegel, das Schoot, wird entweder mit einem Flaschenzuge nach Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VII. dem Deck zu oder an einem Baum ausgeholt, der mit seinem innern Ende am Mast drehbar befestigt ist und in horizontaler Richtung schwingen kann.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 448Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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