Galerius (Gajus), röm. Kaiser 305 —311, geb. in Sardica in Dacien, war ursprünglich Hirt. Die kriegsbewegte Zeit der zweiten Hälfte des 3. Jahrh. n. Chr. machte es ihm möglich, als tapferer Soldat in röm. Diensten sich emporzuarbeiten. Er wurde durch Kaiser Diocletian als KG. Galerius Valerius Maximianus Joviuso am 1. März 293 n. Chr. in Nikomedia zum Cäsar des Ostens ernannt, von dem Kaiser adoptiert, mit dessen Tochter Valeria Wathasel⸗ und mit der Verwaltung der Balkanhalbinsel und Illyriens betraut. G. galt als ein ausgezeichneter Heerführer und als ein für das materielle Wohl des Volks besorgter Mann: dabei aber als rauh, heftig und leidenschaftlich, zu Gewaltthat und Grausamkeit geneigt, als ein Verächter der Wissenschaft und als dem Heidentum besonders eifrig ergeben. Seine größte Kriegsthat gelang ihm gegen die Perser, mit denen im J. 296 ein Krieg ausbrach. Zuerst im Herbst 296 bei Karrhä empfindlich geschlagen, gewann G. im Sommer 297 in Armenien über König Narses einen vollständigen Sieg, der den Weg zu einem für die Römer glänzenden Frieden bahnte. Dagegen zeigte er sich stets als ein erbitterter Gegner der Christen, und gilt auch als der Staatsmann, der namentlich den Diocletian dahin bestimmt habe, im J. 303 die Christenverfolgung zu eröffnen, die auch in den Ländern des G. vorzugsweise einen blutigen Charakter annahm. Als Diocletian im J. 305 die Krone niederlegte, wurde G. Kaiser in der Osthälfte des Reichs, und (auf Grund von seines Schwiegervaters neuem System) nach dem frühen Tode des abendländischen Kaisers Constantius Chlorus im J. 306 Oberkaiser des Reichs. Aber er vermochte das System Diocletians nicht aufrecht zu erhalten. Er sah sich genötigt, im Sommer 306 die durch die Armee erfolgte Erhebung des jungen Konstantin d. Gr. zum Cäsar des Westens anzuerkennen und die Usurpation des Maxentius in Italien, die er 307 vergeblich efe Mart zu dulden. Ebenso riß sein Cäsar und Neffe Maximinus Daza in Syrien im J. 308 den Titel Augustus an sich, den G. nun auch dem Konstantin nicht mehr versagte. Den hoffnungslosen Kampf gegen die Christen stellte G. seit dem 30. April 311 ein, starb aber schon im Mai desselben Jahres zu Sardica.