FeedMaximianus (Marcus Aurelius Valerius)
GeschichteBrockhaus 1882

Maximianus (Marcus Aurelius Valerius), genannt Herculius, röm. Kaiser, aus Sirmium gebürtig, hatte sich aus niederm Stande im Kriegsdienste emporgeschwungen und wurde von Diocletianus 285 zum Cäsar und, nachdem er die antike Jacquerie, die sog. Bagauda in Gallien niedergeworfen hatte, 1. April 286 zum Augustus erhoben. Bei der Teilung des Reichs, die er mit Diocletian, nachdem sie Galerius und Konstantinus Chlorus zu Cäsaren ernannt hatten, 293 vornahm, erhielt M. zur unmittelbaren Verwaltung Afrika, Spanien und Italien und nahm seinen Sitz zu Mailand. Durch Diocletian bestimmt, legte er, wie dieser, die Augustuswürde nieder (1. Mai 305), nahm sie aber 306, mit seinem Sohne Maxentius (s. d.) verbunden, wieder an. Severus, den der neue Oberkaiser Galerius gegen sie schickte, fiel in Ravenna in seine Hände und wurde (307) durch Maxentius getötet; doch mußte M. bald darauf vor seinem eigenen Sohne aus Rom nach Gallien flüchten. Hier gewann er 309 einen Teil des Heeres seines dort regierenden Schwiegersohns Konstantins d. Gr. für sich, um diesen zu stürzen, wurde aber von ihm bei Massilia zur Ergebung und zur Niederlegung des Purpurs, den er zum dritten mal angenommen hatte, genötigt und 310, als er einen Versuch gegen Konstantins Leben machte, getötet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 541Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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