Gallas (Matthias, Graf von Campo, Herzog von Lucera), kaiserl. General im Dreißigjährigen Kriege, geb. zu Trient 16. Sept. 1584, machte mit einem lothring. Edelmanne, dem er zuvor als Page edient hatte, seinen ersten Feldzug in dem span. Herre in Flandern mit, kämpfte dann 1616 und 1617 in Savoyen, trat aber bald darauf als Hauptmann in den Dienst der Ligue und wurde zu Anfang des Dreißigjährigen Kriegs zum Obersten eines sich in iments befördert. Besonders zeichnete er ich in dem Feldzuge gegen die Dänen bei Steinfurt aus, kommandierte dann nach dem Frieden von Lübeck 1629 als von Wallenstein bestallter General-Len undraher ein kaiserl. Truppenkorps in Itaien und eroberte 1630 unter Collalto Mantua. Darauf zum Reichsgrafen erhoben, übernahm er 1631 als Feldzeugmeister das Kommando eines Teils des bei Breitenfeld von den Schweden geschlagenen Heers, deckte Böhmen und focht dann gegen Gustav Adolf bei Nürnberg und Lützen, wo den rechten Flügel befehligte. G. deckte sodann Passau gegen den Herzog Bernhard von Weimar und erhielt über alle Truppen an der österr. und böhm. Grenze den Befehl, wurde vom Kaiser, als man von Wallensteins geheimen Verhandlungen mit den Schweden erfahren hatte, zum Generallieutenant der kaiserl. Armee bestellt und bereitete den entscheidenden Schlag gegen Wallenstein mit Hilfe von Piccolomini und Aldringer so vorsichtig vor, daß die getroffenen Vorkehrungen bis zum letzten Tage unbemerkt blieben. Er erhielt daher auch nach der Ermordung nicht nur die Herrschaften Friedland und Reichenberg, Kinskys Haus in Prag und Illos Silber, sondern auch den Oberbefehl über das kaiserl. Heer. Am 6. Sept. 1634 errang G. den Sieg bei Nördlingen über den Herzog Bernhard von Weimar, wodurch das südwestl. Deutschland wieder in die Gewalt des Kaisers kam, und +* nach dem Prager Frieden 20000 Mann nach Lothringen, die dort durch Seuchen und Mangel an Verpflegung fast sämtlich untergingen. Im J. 1637 focht er glücklicher gegen Baner und Wrangel in Pommern, besetzte Usedom und Wolgast, mußte aber Ende 1638 mit seinem geschwächten Heere sich nach Böhmen zurückziehen und legte das Kommando nieder, welches Erzherzog Leopold Wilhelm übernahm. Aber nach der Niederlage bei Breitenfeld wurde G. 1643 wiederum an die Spitze des Heeres gegen Torstenson gestellt. Vergebens suchte er denselben in Holstein einzuschließen, vielmehr wurde er durch eine geschickte Wendung Torstensons genötigt, sich mit großem Verluste elbaufwärts zurückzuziehen, wurde in Magdeburg eingeschlossen und rettete sich mit nur schwachen Trümmern des Heeres nach Böhmen, worauf er den Kommandostab an Hatzfeld abgeben mußte. Noch einmal übernahm er 1645 den Befehl über die bei Jankowitz geschlagenen kaiserl. Truppen, legte denselben jedoch wegen seiner Kränklichkeit zu Anfang 1647 in die Hände Melanders nieder und starb zu Wien 25. April 1647. Er hatte sich große Reichtümer erworben, wie die meisten Heerführer seiner Zeit. Seine Herrschaft Friedland vergrößerte er durch den Ankauf böhm. Güter, und seine Nachkommen breiteten sich auch in Schlesien aus. Doch erlosch sein Mannsstamm 1757, worauf der Erbe von Friedland, Graf Clam (s. d.), den Beinamen G. annahm.