Götzen (Hans, Graf von), kaiserl. General im Dreißigjährigen Kriege, geb. im Lüneburgischen 1599, nahm 1615 böhm., dann als Oberstlieutenant 1625 kaiserl. Dienste und wurde von Wallenstein zum Obersten und zum Statthalter von Rügen ernannt, vermochte dasselbe jedoch 1630 nicht gegen die Schweden 0 halten. G. fiel 1631 in die Niederlausitzein, plünderte Guben, brandschatzte Luckau, brannte Lübben nieder, zog bis in die Nähe von Dresden und wich dann vor den Sachsen unter Arnim nach Böhmen zurück. Der Kaiser erhob ihn 1633 in den Freiherrenstand und 1635, nachdem er bei Nördlingen mit dem rechten Flügel den Sieg entschieden, in den Grafenstand. Im J. 1634 fiel er in Hessen ein, vereinigte sich nach der Schlacht bei Wittstock mit Hatzfeld, mußte aber vor Baner zurückweichen; 1636 wurde ihm das Kommando der bisher von dem Grafen Gronsfeld geführten Armee übertragen, mit der er den Landgrafen Wilhelm von Hessen aus Westfalen vertrieb; 1637 entsetzte er Leipzig und schloß, mit Hatzfeld vereinigt, den General Baner bei Torgau ein, den er, nachdem derselbe durchgebrochen, bis nach Pommern verfolgte. Unglücklich war er 1638 gegen den Her⸗ — Bernhard von Weimar, der Breisach belagerte; enn seine Armee wurde vernichtet und G. deshalb vor ein Kriegsgericht gestellt, jedoch 1641 freigesprochen. Nachdem er 1643 wieder an die Spitze der kaiserl. Truppen in Schlesien getreten war, säuberte er das Land von den Schweden und focht 1644 gegen den Fürsten Rakoczi in Ungarn und Siebenbürgen. Als Torstenson in Böhmen einbrach, wurde G. dahin berufen, fiel aber 24. Febr. 1645 in der Schlacht bei Jankau. Er war der Stammyater einer in Böhmen und Schlesien reichbegüterten Familie.