FeedGalle (Philipp)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Galle (Philipp), niederländ. Kupferstecher, geb. 1537 in Harlem, wo er Unterricht genoß, begab sich dann jedoch nach Antwerpen, als dessen Bürger er 1571 erscheint. Hier starb er 29. März 1612. Seine Hauptbeschäftigung war diejenige des Stechers und Verlegers zugleich; er versuchte sich jedoch auch als Maler, wie er z. B. die Folge der Sieben Todsünden selbst gemalt und gestochen hat. Sonst sind meist Frans Floris, Stradan u. a. seine Vorbilder. Theodor G. Sohn des vorigen und dessen Schüler, den er an Fruchtbarkeit fast übertraf, bluhte um 1610, lebte längere Zeit im Süden, siedelte sich aber um 1600 in Antwerven an, wo er 1633 starb. Cornelius G., genannt der AÄltere, ebenfalls Sohn und Schüler von Philipp G., um 1577 in Antwerpen geboren, bildete sich wie sein Bruder in Italien aus, kehrte dann in die Heimat zurück und starb in Antwerpen 1650. Seine Stiche zeichnen sich besonders bei histor. Gegenständen durch große Auffassung aus und vereinigen die Subtilität des Niederländers mit dem größern Stil der Italiener. Er lieferte demgemäß auch ausgezeichnete Reproduktionen nach Originalen beider Schulen, so nach van Dyck, Rubens, Bassano, Francesco Vanni u. s. w. Zu G.s Hauptwerken sind zu rechnen: die Darstellung des feierlichen Begräbnisses des Erzherzogs Albrecht, Statthalters der Niederlande, die Kirchenväter nach Rubens, Christus unter dem Kreuze nach van Dyck. Sein Sohn Cornelius G., genannt der Jüngere, nach 1600 in Antwerpen geboren, erreichte seinen Vater nicht, erwarb sich aber im Stechen von Porträts nach niederländ. Malern: Rubens, Quellinus, van Dyck, viele Verdienste. Er starb um die Mitte des 17. Fun

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 480Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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