FeedGalle
HeilkundeBrockhaus 1882

Galle (Ochsengalle) war ieBe in zwei Präparaten offizinell: 1) eingedickte chsengalle, Fel tauri inspissatum, Extractum animale amarum, ein nicht mehr gebräuchliches Arzneimittel, welches sich auch in der zweiten Auflage der Deutschen Pharmakopöe nicht mehr findet; es wurde erhalten durch Eindampfen von frischer Rindergalle bis zur Konsistenz eines dicken Extrakts; 2)gereinigte, trockene Ochsengalle, Fel tauri depuratum siccum, früher offizinelles, in die zweite Auflage der Deutschen Pharmakopöe jedoch nicht wieder aufgenommenes Präparat. Zur Darstellung wird frische Rindergalle mit ihrem gleichen Gewicht starken Alkohol gemischt, wodurch der darin enthaltene Schleim gefällt wird. Letzterer sondert sich nach ein-bis zweitägigem Stehen ab und wird durch Filtration beseitigt. Die Flüssigkeit wird im Wasserbade erwärmt, um den Alkohol verdunsten zu lassen, darauf mit gepulverter Knochenkohle digeriert, bis diese den Farbstoff aufgenommen hat, und schließlich im Wasserbade zur Trockne verdampft. Die gereinigte G. besteht zum größten Teil aus glykocholsaurem Natron neben taurocholsaurem Natron und wenig andern Gallenstoffen. Eine Lösung der gereinigten G. mit ganz wenig Zucker und konzentrierter Schwefelsäure oder Phosphorsäure versetzt, färbt sich intensiv rot, eine Reaktion, welche allen Gallensäuren gemeinsam ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 480Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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