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BaukunstBrockhaus 1882

Gänge eingeteilt in schwebende Gänge von 0—15 Fallwinkel, flache von 15—45, tonnlägige von 45 —75⁵, steile von 75—89 und stehende oder seigere von 90 Fallwinkel. Nimmt der G. nach der Tiefe mehr Fallgrade an, so sagt man, er stürzt sich; im entgegengesetzten Falle, er richtet sich auf. Andert der G. in horizontaler Erstreckung plötzlich sein Streichen, so heißt es, er wirft einen Haken. Ganz schmale Gänge werden wohl als Klüfte bezeichnet. Vielfach teilen sich die Gänge entweder in ihrem Streichen oder in ihrem Fallen in zwei auseinandergehende Hälften, gabeln sich, oder in mehrere schmälere Teile, zerschlagen oder zertrümmern sich. Die Mächtigkeit des G. ist der kleinste, also rechtwinkelig gemessene Abstand zwischen seinem Hangenden und iegenden. Die Berührungsflächen des G. mit dem Nebengestein nennt man seine Ulmen oder Salbänder, und den Teil, womit er an die Erdoberfläche hervortritt, sein Ausgehendes oder Ausstreichen. Häufig befindet sich zwischen dem G. und dem Nebengestein eine schmale, von den Bestandteilen beider zusammengesetzte Einfassung, meist in einem sehr aufgelösten Zustand, der Besteg, oder auch bei thoniger Beschaffenheit der Lettenbesteg genannt. Wenn mehrere Gänge dieselbe Gegend nach verschiedenen Richtungen durchsetzen, so bilden sie Kreuze miteinander, durchsetzen und verwerfen oder schleppen sich auch wohl. Eine Gruppe von mehrern untereinander ziemlich parallelen Gängen nennt man einen Gangzug. Viele Metalle und deren Erze werden vorzugsweise in Gängen gefunden, weshalb die Lehre von den Erzgängen eine besondere Wichtigkeit erhalten hat. Vgl. Erzlagerstätten,

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 522Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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