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ErdkundeBrockhaus 1882

Berg nennt man eine verhältnismäßig wenig ausgedehnte Bodenerhebung, die infolge ihrer isolierten Lage oder durch das Vorhandensein beidereitiger Kammsättel als individualisierter Teil der iefformen der Erdoberfläche hervortritt. Bei geringer relativer Höhe (weniger als 200 m) bezeichnet man solche Bodenerhebungen als Hügel, bei größerer als B., obwohl Sprachgebrauch und relative Anschauungen diese Grenze nicht immer genau beachten. So mannigfach auch die Gestalt der B., so treten doch mehr oder weniger deutlich drei Teile sellung deren Form und gegenseitige Zusammentellung charakteristisch ist: nämlich der Fuß oder der untere Teil, mit dem der B. seine markierte Uberhöhung der Grundfläche beginnt, der Gipfel oder der höchste Teil, und der Rumpf, der zwischen beiden liegende mittlere Teil, dessen Außenseite die Abänge bilden. Der Fuß eines B.s ist je nach den urprünglichen und den fortwirkenden Bildungsumtänden mehr oder weniger deutlich markiert, d. h. es beginnt die Massenerhebung schroff oder allmählich, wonach sich denn auch der größere Umriß der Berggrund +77 schärfer oder schwächer dem Auge darstellt. Häufig, und besonders verschieden je nach der Auflöslichkeit des Gesteins, wird der eigentliche eines B.s noch mit Anhöhen umlagert sein, welche entstanden sind se, . e Abspülungen von der Bergmasse, herabfallendes Gerölle, durch das Herabstürzen einzelner Teile, isolierte Anhäufungen vor aus ewühlten Schluchten oder, wie bei Vulkanen, dur sen Dedde und herabströmende vulkanische Massen. Der Oberteil, Gipfel oder Scheitel eines B.s kann im allgemeinen flach, erhaben oder eingesenkt sein. Die speziellere Gestaltung eines Bergscheitels ist besonders aneht un 66e din sane innere und äußere Beschaffenheit und beingt in der Terrainlehre die wissenschaftliche Einteilung der B. und häufig auch ihre Eigenbenennung. Ein flacher Oberteil heißt im allgemeinen Platte; doch nennt man bei deren fast D Mependen und sehr verbreiteter Ausdehnung den betreffenden B. einen Tafelberg und bei Obertein Neigung derselben einen Lehnberg. Ist der Oberteil n, L so nennt man den B. Kuppe, Kopf, Koppe, Belch oder Ballon, bei schärferer Wölbun Gipfel, bei allmählich zulaufender Spitze Kegel oder Kulm, bei scharfmarkierter Spitze Horn, Zahn, Nadel, Turm oder But und wenn die +. scharf Dnn tumpft ist, Hutberg, Dach oder Krone. Bei vulkanischen B. ist der Gipfel meist + einem Krater eingesenkt. Uberhaupt ist die Gestalt der B. durchaus von ihrer geolog. zusammensetzung und Entstehung abhängig. So ilden die Basalte meist glockenförmige, die Pbonolithe ½½ Kuppen, die Granite kugelig gewölbte Gi die Dolomite zackige Spitzen. Die na tehende Tabelle gibt eine Ubersicht uber die Eetch und bekanntesten Berge der einzelnen Erdteile und Gebirgsgruppen. nische Alp Karst Penninische Bergamaske Penninische ure-Gebir Cottische Al-Transilvanis (Hardanger) Schwäb. Ju Island) tler Alpe Adula-Alpe Alpen) Riesengebirg Schwyzer A — 2 Schr Karst (Piuke Oesterr. Kal Thüringerwe Riesengebirg esien ordtiroler sien. Armenien la Schan Altai Karakorum Elburs imalaja ibanon Langtau-Ge Kaukasus rgäus-Geb (Insel Nipo Himalaja uvergne en (Leponti llpen je Alpen a Planina) lkalpen Alpen (Mongolei) ebirge birge birge on) Kantschinjinga imalaja Kinibalu Borneo Kliutschew Kamtschatka) Metdesis [Taurus Mount Everest s. Gauri-Munku Sardyk Sajanisches Gebirge Singallang umatra) ‚ Sochondo ö ablonowoi-Gebirge Tengri Chan hian-schan Camerun-Peak Nieder-Guinea) Cathkin-Peat ahlamba Berge 500 ebl Aiaschin tlas Dschebl Schuschaua Atlas Emi Bomo Tarsogebirge (Tibesti) Renia lateau von Ukambani Kilima Rscharo lateau von Dschagga Kompaßberg Kapland) Milandsche Damara Lam Omatako Damara Land) as Daschan Habesch) Chiriqui Panama) Citlaltepetl ordillere von Orizaba Elias (Sanet) Küstengebirge von Alaska Frémont-Peal Amng; Range (Wyo-Irazu Cierra Wad Gock — erra Madre (Rocky-Mount-Hayden Mountains, (Drenon Mount-Hooker Columbia Mount-Shasta Die mehr in die Länge gestreckten Erhebungen bilden Plateaus oder Hochebenen, wenn sie eben und wenig geneigt sind, Firstberge, wenn sie in scharfen Kämmen und Schneiden zusammenlaufen, und Rücken, wenn sie eine flachgewölbte Oberfläche First⸗ oder Rückenlinie bildet bald bauchige, konvexe, bald hohle, konkave Formen und trägt alsdann ein wellenförmiges Ansehen, oder sie ist durch tiefe und steile Risse und Spalten kamm⸗ oder sägeartig ausgezackt, wo dann die emporragenden Zacken Firste, Hörner, Nasen oder Zähne heißen. Im übrigen ist die Benennung der B. nach den verschiedenen Formen ihrer Oberteile noch Gdert mannigfach. Die Oberfläche des Rumpfes, mag derselbe nun freier oder verbundener mit andern Erhebungen, mehr oder weniger Rrormig ab gestaltet sein, — entweder stetig, d. h. gleichförmig abgedacht; gewölbt, d. h. flach oder stark ausgebogen; hohl, also mehr oder e Hhal⸗ eingebogen, oder unterbrochen, wenn kleine Plateaus mit stärkern Neigungen wechseln und solchergestalt Absätze, Stufen oder Terrassen bilden. Selten wird man in größern Ausdehnungen stetige Böschungslächen antreffen; vielmehr erzeugten entweder die ungleiche Festigkeit der verschiedenen Gesteinarten, aus denen der B. besteht, oder rsch oder beibes Zerstörungen von außen, jedes für sich oder beides vereint, eine große Mannigfaltigkeit der plastischen kormen. Die Vertiefungen erscheinen als Thäler, Schluchten, Spalten, Klüfte oder Risse, als Kessel oder Mulden, und bie zwischenliegenden und begrenzenden Erhöhungen als Grate, Vorsprünge, Mount-Washington W e (New 1047 Mount-Whitney Satem evada (Califor⸗ 4841 Petermanns-Spitze (Grönland 348⁰ opocatepe exiko 5⁴4²0 Uncompahgre Peat .— Mountains (Colo⸗ 4433 Volcan de Nieve (V. de Colima) (Jalisco) 430⁰0⁴ Aconcagua Andes von Chile 68³⁴ Cayambe Ureu Andes von Quito 5953 Chimborazo Andes von Quito 6⁴4²¹ eta ierra Nevada de Sta. dorqu Marta (Columbia) 5500 Picachd de la Sierra (Venezuela) 4580 uracẽ Cordillere von Columbia]5184 ajama Andes in Bolivia 701⁵ Sorata Cordillera Real (Bolivia) 7563 Tolima Cordillere von Columbia5526 Villarica Andes von Chile 487⁷ Australien und Oceanien. Mount-Arden Funders Range (Südauna-Loa awai ount-Ar australien) 17⁰⁰ ount-Bruce australien Mount-Cook euseeland, Südinsel) 3768 Mount-Hotham Austral. 20 en (Geusüd“ 2350 Mount-Lindsay (Queensland) 17⁰⁰ Ruapehu Neuseeland (Nordinsel) 2803 Kanten, Wände, UÜberhänge, Klippen u. s. w. Der Winkel, unter welchem die Böschungsfläche zu einer Horizontalebene steht, heißt die Abdachung, die Nei-Deen oder der Abfall des B.s und wird nach Graden estimmt. Die einfachste Beurteilung der Neigung der Bergflächen bietet das Profil (s. d.) des B. Die Neigungswinkel sind sehr verschieden, doch kommen die sanftern Böschungen viel häufiger vor als die schroffen, schon um deswillen, weil der natürliche allwinkel der lockern Erdmassen nie stärker als 45 ist, weshalb man auch alle schwächern Gradationen Erdböschungen und alle steilern Felsböschungen nennt. In Zusammenstellung der einzelnen Erhebungen unterscheidet man, je nach der Ausdehnung, Längenrichtung oder den mehr gleichmäßigen Entfernungen von einem mittlern Punkte, Bergreihen, Bergzüge und Bergketten von Berggruppen, Berghaufen und Bergmassen. Die Lehre von den äußern Beziehungen der Bergformen heißt Ororaphie. Über die Verhältnisse der innern Beschaffenheit, über die Entstehung und Bildung der B. belehrt die Geologie. Über die Messung der Berge s. Höhenmessung. ö‚

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 794Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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