Gaze im eigentlichen Sinne oder Dünntuch wird aus ungekochter, halbgekochter oder gekochter Seide mit zweifädig gezwirnter Kette und zwei- oder dreifädig gezwirntem Einschlag verfertigt. Die Eigentümlichkeit aller gazenartigen Gewebe besteht darin, daß je zwei benachbarte Fäden (gewöhnlich der Kette) sich abwechselnd von links nach rechts übereinander legen und die Fäden des zweiten Systems (des Einschlags) zwischen diesen Kreuzungen festhalten, sodaß der eine Kettenfaden sämtliche Einschlagfäden unter sich, der andere Kettenfaden sämtliche Einschlagfäden über sich liegen läßt. Es entstehen so zwischen Einschlag- und Kettenfäden regelmäßige viereckige offnungen, welche die mannigfachste Verwendung der G., z. B. zur Herstellung von Siebflächen für sehr feinkörnige Materialien, wie zur Trennung des Mehls von der Kleie (s. Beutelgaze unter Beuteltuch), gestatten, wobei es auf bestimmte, sich genau gleichbleibende Größe der Offnungen ankommt. Die Stühle zum Weben der G. sind von denen für einfache leinwandartige Zeuge hauptsächlich durch den die Kreuzung erzeugenden Teil (früher den sog. Perlkopf, jetzt den auf demselben Prinzip beruhenden Gazeschaft) verschieden; mit einer Fiwerden d zum Weben gemusterter G. verbunden, werden dieselben jedoch ziemlich kompliziert.