Gärtner (Karl Christian), namentlich bekannt als Mitherausgeber der Bremischen Beiträger, geb. 24. Nov. 1712 zu Freiberg, wo sein Vater Postmeister und Kaufmann war, bildete sich seit 1728 auf der Fürstenschule zu Meißen und studierte in Leipzig, wo ihn gemeinschaftliche Liebe zur Poesie und Litteratur mit Gellert und Rabener verband. In seines Freundes Schwabe Zeitschrift Belustigunen des Verstandes und Witzeso ließ er die Erstinge seiner Muse drucken, die zu den besten Gedichten dieser Sammlung gehören. Unter der Aufsicht Gottscheds arbeitete er an der Üübersetzung des Bayleschen Wörterbuchp (4 Bde., Lpz. 1741—44); auch übersetzte er einige Bände von Rollins 4Geschichtey (13 Bde., Dresd. 1738 — 48). Später trennte er sich von Gottsched und dessen Richtung und vereinigte sich mit Cramer, Schlegel und Rabener, denen später noch K. A. Schmid, Ebert, Zachariä, Gellert, Giseke, Klopstock u. a. beitraten, zur Herausgabe der auch „(Bremische Beiträgen genannten Reuen Beiträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes» (Brem. 1745—48), welche allgemeines Aufsehen erregten. Wenn G. von den meisten seiner Freunde in der Folge an schriftstellerischem Ruhm übertroffen wurde, so hatte er in jener Bildungsperiode das Verdienst, durch Urteil und Rat mehrere derselben geleitet und ermuntert zu haben. Er ging 1745 als Führer zweier junger Grafen nach Braunschweig, wo er 1747 als Professor der Beredsamkeit und Sittenlehre am Colleium Carolinum angestellt wurde. Er starb daselbs 14. Febr. 1791. Sein zuerst in den Bremischen Beiträgen» erschienenes, später verbessertes Schäferspiel «Die geprüfte Treue:v (Braunschw. 1768) und sein Lustspiel „Die schöne Rosetter (Lpz. 1782) sind nicht ohne Verdienst.