FeedGasapparat
TechnikBrockhaus 1882

Gasapparat (frz. appareil à gaz, engl. gasapparatus), auch Gasmaschine genannt, eine zur Erzeugung von Leuchtgas aus Gasolin, Ligroin und ähnlichen aus Petroleum dargestellten Stoffen dienende Vorrichtung, welche Leitere mott für den Privatgebrauch, sowie für kleinere industrielle Etablissements bestimmt ist und überall da mit Vorteil angewendet wird, wo größere Gasanstalten des beschränkten Bedarfs wegen sich nicht rentieren würden. Die Konstruktion der einzelnen G. ist nicht wesentlich voneinander verschieden. Das Prinzip, auf welchem dieselbe beruht, besteht!“ meist in der Verdampfung oder Verdunstung von Petroleum durch atmosphärische Luft, sodaß durch die mechan. Mischung der letztern mit dem verdampfenden Petroleum ein äußerst kohlenwasserstoffreiches Luftgemisch erzeugt wird, das als Gas mit um so größerer Leuchtkraft verbrennt, je energischer die Verdunstung vor sich geht und je mehr Kohlenwasserstoff dasselbe in sich aufgenommen hat. Man bedarf bei dieser Art der Leuchtgasbereitung keiner Feuerung, keines Reinigungsapparats, keiner Retorten, Gasometer u. s. w. Zur Gasbereitung in den betreffenden Apparaten eignen sich besonders die bei der Petroleumraffinerie ewonnenen leichtern Produkte des rohen Petroeums, da dieselben geringes spezifisches Gewicht (0,60 —0,65) und einen niedrigen Siedepunkt besitzen. Eine von der gewöhnlichen Einrichtung etwas abweichende Konstruktion zeigt der in vorstehender Abbildung in zwei verschiedenen Längsschnitten veranschaulichte Apparat, dessen Wirkungsweise folgende ist: Ein Gewicht a setzt seine geradlinige Wasser Liegen in die rotierende Bewegung einer im asser liegenden, mit Weenr versehenen Trommel um. Bei dieser Drehbewegung wird die äußere Luft, welche ungehindert Zutritt zu der Trommel hat, von den Flügeln der letztern gefangen, durch das Wasser am Entweichen gehindert und in ein Rohr b gedrückt. Dieses Rohr leitet die Luft in einen Regulator e, von EmNan sie mit stets gleichbleibendem Druck in einen Kasten d (Carburateur genannt) geschafft wird, der von vielen mit Gasolin getränkten Wollfäden durchzogen ist. Durch warmes Wasser, welches den Behälter fortwährend umspült, wird alsdann die Verdunstung des Gasolins bewirkt. Die Luft hat innerhalb dieses Raums einen langen Weg zu uus deutlt und ist infolge dessen beim Austritt aus demselben so weit mit Gasolin gesättigt, daß sie brennbar —

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 568Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6