Gasser (Hans), Bildhauer und eifriger Sammler von Kunstwerken, geb. zu Eisentratten bei Gmünd in Kärnten 2. Okt. 1817 und in Wien gebildet, wirkte seit 1851 daselbst als Lehrer im Zeichnen und Modellieren nach der Antike und Natur an der Kaiserlichen Akademie der bildenden Künste. Aus seiner Werkstatt ging besonders vielfacher Skulpturschmuck für öffentliche Gebäude und Brunnen hervor: so die Statuen an der Johanniskirche in Neulerchenfeld, die Arbeiten an dem neuen Arsenalbau, welche in Kriegerstatuen und allegorischen Figuren bestehen. Auch lieferte er für die Pfeilernischen an der Südseite des Stephansdoms bei dessen Drbeil die Statuen des heil. ser. hannes und der heil. Elisabeth. Im J. 1862 fertigte nach seinem Modell Fernkorn die Statue Maria Theresias für Klagenfurt. Seit 1864 war er für das Arsenal, seit 1867 für das Opernhaus thätig, wo er die beiden Brunnen sowie das Trepbrüdent mit Statuen schmückte. Auf der Elisabethrücke ist seine Marmorfigur Sonnenfels' aufgestellt. Daran schließt sich eine große Reihe von Porträtbüsten und Statuetten, besonders von berühmten Künstlern und Künstlerinnen. Zu seinen größern Arbeiten gehören das Welden-Monument für den Schloßberg in Gratz und die in Erz gegossene Statue Wielands für Weimar, die 1857 enthüllt wurde. Die Gestalt des Dichters ist lebendig und charakteristisch aufgefaßt und zeigt durchweg eine feine Behandlung. Endlich erhielt die wahrscheinliche Grabesstätte Mozarts in Wien ein würdiges Denkmal durch ihn. G., eine seltsame, leicht erregbare Natur, hat in seinem wechselvollen Leben zahlreiche, auch qualitativ sehr verschiedene Werke hervorgebracht, darunter diejenigen als die gelungensten zu betrachten sind, worin ein genrehafter oder idyllischer Zug vorherrscht, wie z. B. sein Donauweibchen im wiener Stadtpark (1865), die Standbilder der österr. Nationalitäten an der (alten) Börse daselbst, seine ins Bad steigende Nymphe u. a. Er starb in Pest 24. April 1868 inoge einer vernachlässigten schweren Verwundung der rechten Hand. Ein von Meßmer aus Gmünd in Kärnten gefertigtes Denkmal wurde ihm 6. März 1871 zu Villach errichtet.