FeedGaszynski (Konstantin)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gaszynski (Konstantin), poln. Dichter, geb. 10. März 1809 in Malawies, unweit Warschau, Sohn eines Brigadegenerals, besuchte die warschauer Universität und begann schon früh in den warschauer Zeitschriften Gedichte zu veröffentlichen, die, im Volkstone gehalten, durch ihre Einfachheit und Frische ansprachen. Auch gab er einen Roman in Walter Scotts Manier: Wwaj Sveniawicin (3 Bde., Warschau 1830) heraus. Nach dem Ausbruche der Revolution von 1830 trat er in das poln. Heer ein und nahm an dem Zuge nach Litauen teil, aus welcher Zeit mehrere seiner verhreiteten Kriegslieder stammen. Er trat nach Preußen über und ging nach Paris, darauf nach Aix in der Provence, das ihm zur zweiten Heimat wurde. Fern von den Zwistigkeiten der Emigranten vertiefte er sich hier in die Geschichte der Provence, insbesondere der Troubadours, redigierte das Mémorial d'Aixo und verfaßte in gewandter franz. Sprache lebensvolle Schilderungen der Provence und die Werke: Les cabinets de tableaux et collections artistiques de la ville d'Aix v und (Nord et Midio. Zugleich gab er einen Band Gedichte: Poezyer (Par. 1844) heraus und beschäftigte sich mit Veröffentlichung der anonym erschienenen Schriften seines Jugendfreundes Krasinski (s. d.). Unter seinen Gedichten ist die Sielanka mlodoscip (Par. 1855), eine Idylle, welche die unglückliche Liebe eines Jünglings schildert, hervorzuheben. Ferner schrieb er Erzählungen aus dem altpoln. Leben: Reszty pamiętnikow Macieja dankio (Par. 1851), eine Reisebeschreibung aus Italien: Listy 2 podrozy po Wloszech (Par. 1853), eine humoristische Schilderung der poln. Klubs in Paris: Pan Dezydery Boczkon (Par. 1846), und ein satirisches Gedicht auf das Kartenspiel Gra i Karciarzev, das 1858 von der posener wissenschaftlichen Societät einen Preis gewann. G. starb in Aix 8. Okt. 1866. Seine Schriften erschienen gesammelt in der «Biblioteka pisarzy polskicho (2 Bde., Lpz. 1868 —74).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 588Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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