Gedimin oder (poln.) Gedymin, Großfürst von Litauen, trat 1315 die Regierung an. In den ersten Jahren kämpfte er mit dem Deutschen Orden und befreite Samogitien von demselben. Später wendete er sich nach dem Süden und eroberte schnell nacheinander Wladimir, Luck, Shitomir, endlich auch den alten Hauptsitz der Großfürsten von Rußland, Kiew. Er ward dadurch der Begründer des litauisch-russ. Reichs; auch mit Moskau führte er Krieg. In Kiew setzte er seinen Verwandten, Fürst Mindowe, als Statthalter ein, der nach griech. Ritus getauft wurde. Im J. 1320 gründete G. die Stadt Wilna auf den Rat des Erzpriesters Lezdeiko, den Papst Johann XXII. zu ihm gesandt hatte, um ihn zur kath. Kirche zu bekehren. Allein G. blieb Heide bis zu seinem Tode, der 1337 bei der Belagerung der Ordensfestung Bajerburg durch ein feindliches Geschoß erfolgte. Seine Tochter Aldona verheiratete er 1325 an den poln. Thronfolger Kazimir, eine zweite, Danmilla, an den Fürsten Waclaw von Masovien. Das neue litauisch-russ. Reich wurde unter seine sechs Söhne (die Gedimine oder Gediminowitsche) geteilt.