FeedGedike (Friedr.)
ReligionBrockhaus 1882

Gedike (Friedr.), namhafter deutscher Pädagog, geb. 15. Jan. 1754 zu Boberow in der Mark Brandenburg, wo sein Vater Pastor war, wurde nach des Vaters Tode, neun Jahre alt, nach Seehausen in die Schule und dann nach Züllichau in das Wai⸗⸗ senhaus gebracht, wo besonders der Direktor Steinbart sich seiner annahm. Dieser errichtete 1766 ein eigenes Pädagogium, dessen Zögling auch G. wurde. Er bezog 1771 die Universität Frankfurt a. O., wo er Theologie und Philologie studierte. Nach beendigter Studienzeit wurde er Hauslehrer der Söhne Spaldings, 1776 Subrektor des Friedrich-Werderschen Gymnasiums in Berlin, 1778 Prorektor und 1779 Direktor desselben. Unerschöpflich an neuen Lehrmethoden und rastlos thätig in Einführung zweckmäßiger Verbesserungen, hob er die gesunkene Anstalt bedeutend empor. Schon 1784 wurde er zum Oberkonsistorialrat, 1787 zum Ober⸗⸗ schulrat ernannt und 1791 Doktor der Theologie. Nachdem er seit 1793 Mitdirektor des Berlinischen Gymnasiums gewesen, wurde er nach Büschings Tode (1795) Direktor desselben und der beiden davon abhängenden Schulen. Er starb 2. Mai 1803 in Berlin. G. hat seiner Zeit besonders in Preußen durch vielfache Neugestaltung des Unterrichtswesens großen Einfluß ausgeübt. Seine pädagogischen Schriften enthalten eine Menge nützlicher Ideen und Vorschläge, und seine Lesebücher und Chrestomathien waren die ersten besserer Art und wurden in vielen Auflagen verbreitet. Auch von seinen philol. Schriften waren mehrere sehr geschätzt. Eine Sammlung seiner „Schulschrifteno (2 Bde., Berl. 1789 —95) hat er selbst veranstaltet. Mit seinem Freunde Biester begann er 1783 die Sein Bruder, Ludwig Friedrich Gottlob Ernst G., geb. 22. Okt. 1761 zu Boberow, studierte zu Halle und wurde 1782 Lehrer am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, 1783 Professor am Elisabethanum in Breslau und 1791 Direktor des Gymnasiums in Bautzen. Im J. 1803 erhielt er einen Ruf nach Leipzig zur Einrichtung und Leitung einer neuen großen Bürgerschule, die 24. Jan. 1804 eröffnet wurde und unter seiner Leitung zu einer Musteranstalt sich entwickelte. Im d. 1832 in den Ruhestand versetzt, kehrte er nach Breslau zurück, wo er 9. Juli 1838 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 628Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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