Genien (lat.) waren nach altitalischer Vorstellung Schutzgeister, welche insbesondere die einzelnen Menschen wie ein zweites Ich begleiteten und als das Lebengebende (von gignere, d. h. erzeugen) angesehen wurden. Es gab aber nicht nur G. einzelner Menschen, welche das Thun und Lassen derselben bestimmten, sondern auch von allen möglichen rößern und kleinern Vereinigungen: von Völkern, Legtauen, Kollegien, sowie von Städten und Ländern, Lagern, Theatern und Orten überhaupt, ja es gab auch G. von Göttern. Man opferte ihnen bei mehrern Gelegenheiten im Jahre, den G. von Menschen namentlich am Geburtstage. Wie die G. der Männer als Ausflüsse des höchsten Gottes betrachtet wurden, so hießen die der Frauen geradezu ihre Juno oder Junones. Man dachte sich und bildete die G. namentlich von Ortern gern in Schlangengestalt, stellte dann aber die G. im übrien gewöhnlich in menschlicher Gestalt, mit Füll0 und Patera (Opferschale) in den Händen, dar. erden sie, wie oft, opfernd dargestellt, so erscheinen sie nach röm. Sitte verschleiert, d. h. mit über das Hinterhaupt heraufgezogener Toga. Namentlich findet man den Genius des Hausherrn so in vielen pompejanischen Wandgemälden abgebildet. Eine Bildsäule des Genius des röm. Volks stand auf dem Forum zu Rom. Bedeutsam wurde der Kult des Genius des jedesmaligen Kaisers namentlich dadurch, daß schon August in den Kapellen der zahlreichen Unterabteilungen der 14 Quartiere der Stadt zwischen den beiden Laren das Bild seines Genius aufstellen ließ. Übrigens sind die G. rein italisch, und nur die neuere Kunstsprache hat den Namen, um den häufig vorkommenden männlichen und weiblichen geflügelten Gestalten eine Bezeichnung zu geben, auf griech. Darstellungenübertragen. enieoffizier, s. unter Genie militärisch).