FeedGenista (Ginster)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Genista (Ginster), eine zu der Familie der schmetterlingsblütigen Gewächse gehörige Gattung meist niedriger, schön blühender Sträucher und Halbsträucher mit stark gefurchten Asten, stets einfachen Blättern und gelben, bei einigen Arten auch weißen Blumen, welche einzeln in den Blattachseln oder in den Winkeln der Deckblätter stehen und in diesem Falle mehr oder weniger reiche Ahren oder auch wohl Köpfchen bilden. Eine in den Wäldern Deutschlands sehr verbreitete dornige Art ist G. germanica, der gemeine Ginster, deren gelbe Blüten 5 em lange Ahren bilden. Der Färbeginster (G. tinctoria), in Europa, den Kaukasusländern und Sibirien einheimisch, ist sehr vielgestaltig und ganz dornenlos; der Stengel teilt sich in zahlreiche rutenförmige Uste, welche sich mit gelben Blüten über und über bedecken. Eine Form dieses G. hat gefüllte Blüten. Der spanische Ginster (G. florida), über Im hoch, mit zahlreichen einseitigen, gelben Blütentrauben; er gedeiht vortrefflich in nicht zu feuchtem Sandboden und in sonniger Lage, verlangt aber im Winter einige Bedeckung. Diese und andere ausdauernde Arten eignen sich zur Anpflanzung vor feinen Gehölzgruppen. G. pilosa, der behaarte Ginster, eine sehr niedrige Art mit auf der Erde liegenden, aufsteigenden, kurzen AÄsten, kann als Schattenflanze in Parkanlagen nützlich verwendet werden, indem sie unter Nadelhölzern im Mai und Juni einen gelben Blumenteppich hervorbringt. In den Gewächshäusern finden sich viele sehr zierliche Arten. Von ihnen wird mit Vorliebe kultiviert G. monosperma, der einsamige Ginster, ausgezeichnet durch den köstlichen Duft der zahlreichen weißen Blumen. Sie blüht am schönsten im freien Grunde eines Winterhauses. An sie knüpft sich auch ein gewisses r Aer und sprachliches Interesse. Sie ist der im Alten Testament (1 Kön. 19, 4.5) erwähnte Wacholderbusch (hebr. retom, Plur. retamim), unter den Elia sich setzte und Gott bat, daß Rers Seele stürbe. In den Wüstengegenden Arabiens wird sie als Brennholz benutzt, und ihre langen rutenförmigen Zweige geben ein lebhaftes, aber rasch verloderndes Feuer. Hierauf bezieht sich eine Stelle in Psalm 120, 4: „Sie (die falsche Zunge) ist wie Feuer in Wacholdern.v Im Anschluß an den hebr. Namen nannte Boissier die Pflanze Retama monosperma.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 773Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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