Gensonne (Armand), einflußreiches Mitglied der Gesetzgebenden enchen und des Konvents während der Französischen Revolution, war 10. Aug. 1758 zu Bordeaux geboren, wo er bis 1789 als Advokat lebte. Bei Errichtung des Cassationshofs 1791 wurde er Mitglied desselben. Vom Depart. Gironde in die Gesetzgebende Versammlung gewählt, schloß er sich an seine Landsleute, die Girondisten, an und teilte ihre Gesinnungen und Schicksale. Am 31. Dez. 1791 brachte er als Mitglied des diplomatischen Ausschusses das Gesetz durch, welches die Brüder des Königs und mehrere angesehene Emigranten in Anklage versetzte, am 9. Febr. 1792 das Konfiskationsdekret gegen die Emigrantengüter. Als Präsident der Nationalversammlung verfaßte er den Bericht über die erklärung an Ssterreich. Zugleich betrieb er die Verfolgung der österr. Partei am Hofe, zeigte der Versammlung 25. Mai die Existenz eines sog. Comité autrichien an und suchte die Minister in Anklage zu versetzen. Als nach dem 20. Juni die Girondisten die überzeugung gewannen, daß die mit den Jakobinern verbundene Partei Orléans den Staat zu Grunde richten würde, versuchte G. mit seinen Freunden den Thron zu stützen. Allein die Ereignisse des 10. Aug. machten allen derartigen Versuchen ein Ende. Nach den Greueln vom 2. und 3. Sept. forderte er die Bestrafung der Schuldigen und klagte offen Robespierre, Danton und die pariser Gemeinde als Urheber dieser Unthaten an. m Konvent zeigte sich G. zwar als eifrigen Repulikaner, aber zugleich als Freund der Ordnung. Im Prozeß des Königs stimmte er mit den meisten seiner Freunde für den Tod desselben, jedoch in der Absicht, ihn durch Aufschub der Urteilsvollziehung und Berufung ans Volk zu retten. Als im März 1793 die Wut des Bergs gegen die Girondisten losbrach, war G. Präsident. Er verteidigte sich und seine Genossen mit außerordentlicher Ruhe und Kühnheit. Der Abfall des Generals Dumouriez, mit dem auch G. in Verbindung stand, obschon er von dessen Unterhandlung mit dem Feinde nichts wußte, zog ihm neue Anklagen der Jakobiner zu. Während er die Auflösung des Konvents und die Zusammenberufung einer neuen Versammlung beantragte, brachen die Unruhen vom 31. Mai aus, die den Anstrengungen der Girondisten ein Ziel setzten. Am 2. Juni wurde G. mit 27 seiner Freunde unter Aufsicht von Gendarmen gestellt, gegen Ende Juli ins Gefängnis gebracht und 3. Okt. dem Revolutionstribunal überliefert. Auf Grund seines Briefwechsels mit Dumouriez des Verrats am Vaterlande beschuldigt, mußte er 31. Okt. 1793 mit seinen Genossen das Schafott besteigen.