FeedGerbert (Martin)
ReligionBrockhaus 1882

Gerbert (Martin), Freiherr von Hornau, einer der gelehrtesten kath. Geistlichen seiner Zeit, geb. 13. Aug. 1720 zu Horb am Neckar, machte seine Studien in der Benediktinerabtei St. Blasien, wurde 1744 daselbst zum Priester geweiht und 1764 zum Fürst-Abt dieses Stifts ernannt, welches durch ihn zu hohem Ansehen gelangte und nach dem Brande von 1768 prächtig wieder erbaut wurde. Er starb 13. Mai 1793, nachdem er zahlreiche religiöse und histor. Schriften verfaßt hatte, unter letztern die noch geschätzten Codex epistolaris Rudolphi L.o (1772) und Historia nigrae silvaen (3 Bde., 1783). Seine eigentliche Bedeutung und großen Ruhm erlangte er als musikalischer Schriftsteller. Ihm verdankt man die Sammlung der wichtigsten musikalischen Autoren des Mittelalters (eSeriptores ecelesiastici de musica sacra potissimumo, 3 Bde., 1784) und zugleich die Beschreibung des Kirchengesangs von den ältesten Zeiten an (De cantu et musica sacra, 2 Bde., 177⁴4; (Vetus liturgia Alemannica, 2 Bde., 1776; 2 Bde., 1777), Werke, die für die Geschichte der Musit zuerst eine sichere Grundlage bereiteten. Diese umfangreichen Schriften ließ G. mit großen Opfern in der Druckerei der Abtei St. Blasien herstellen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 824Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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