Gernzez (Nicolas Eugene ˙½5 Litterarhistoriker, 9 6. Jan. 1799 zu Rheims, besuchte die pariser Normalschule und vertrat 1833 —52 Villemains Stelle in der Professur der franz. Beredsamkeit an der Sorbonne; 1852 wurde er Sekretär der pariser Fakultät. Er starb 29. Mai 1865. Man hat von ihm mehrere sehr geschätzte litterarhistor. Werke, namentlich istoire de L'éloquence politique et religieuse en Erance aux XIVI, XVX et XVIL siècleso (2 Bde., 1837 — 38), (Histoire de la littérature française jusqu'en 17895 (2 Bde., 1852—62 u. öfter), ein ausgezeichnetes Werk, welchem die Französische Akademie 1861 einen Preis Gobert zuerkannte. Nach G.“ Tode erschien eine Sammlung von seinen vermischten Schriften und Beiträgen zu Revuen unter dem Titel &Mélanges et pensées (1866), mit einer Einleitung von Prevost-Paradol. Gervais (Paul), namhafter franz. Naturforfabft Nd in Paris 26. Sept. 1816, studierte daelbst Medizin und Naturwissenschaften und wurde Mlaude Gehilfe (aide-naturaliste) im Jardin des Plantes unter Blainville, dann (1846) Professor und Dekan der naturwissenschaftlichen Fakultät in Montpellier, später (1865) rofessor an der Sorbonne in Paris und zuletzt Professor der vergleichenden Anatomie am Pflanzengarten, wo er 10. Febr. 1879 starb. Früher vorzugsweise mit niedern Tieren beschäftigt (α Histoire naturelle des insectes aptères. Suites à Buffono, 2 Bde., 1844 —47), wandte er sich später mit Vorliebe dem Studium der lebenden und fossilen Säugetiere zu turelle des mammifères o, 2 Bde., 1854). rner verfaßte er Zoologie médicale (2 Bde., 1859) und Zoologie et Paléontologie généralesv (1867 fg.) und die Bomamme 118655 erke De Pancienneté de Phommen (1865) und (Recherches sur P'ancienneté de L'homme et la — riode quaternairen (1867). Seine einzelnen Abhandlungen, Denkschriften etc. sind sehr zahlreich. „Gervasius von Tilbury an der Themse, ein Schriftsteller des 12. Jahrh., welcher früh aufs Festland gegangen und dort viel herumgekommen war. Er studierte und lehrte in Bologna kanonisches Recht, war 1177 in Venedig, als Friedrich l. mit Alexander III. zusammentraf, lebte eine Zeit lang in Guyenne am Hofe des Königs Heinrich, eines Sohnes Heinrichs II. von England, und schrieb für denselben eine Sammlung von Anekdoten (eLiber facetiarumo), welche aber verloren ist. I... Heinrichs Tode 1183 scheint er ins Königreich Sicilien gezogen und in den Dienst des dortigen Königs Wilhelm II. getreten zu sein. Später wandte er sich nach Burgund, heiratete hier eine Verwandte des Erzbischofs Humbert von Arles und kam zu solchem Ansehen, daß er selbst den Besuch des Königs Alfons II. von Aragonien (gest. 1196) in seinem Palaste zu Arles empfing. Von Hause aus mit dem engl. Königshause und dadurch auch mit dem Kaiser Otto IV. verwandt, empfing er von en die Würde des Marschalls im Königreiche Arelat, der welche er ebenso Ma war wie auf seinen gelehrten Grad als Magister. Außer mehrern Schriften über die Jungfrau Maria soll er auch ein Gedicht über die Bäder von Pozzuoli verfaßt haben, sein Hauptwerk aber sind die eine Sammlung erauchvon und geogr. Wissenswürdigkeiten, aber auch von Sagen, Märchen und Aberglauben zur Unterhaltung und Belehrung Ottos IV. und mit der bestimmten Tendenz, diesen zur unbedingten Unterwerfung unter Innocenz III. und zur Anerkennung der obersten Gewalt des Papstes auch im Weltlichen zu bewegen. Eine roße Fülle interessanten Stoffs findet sich in diesem erke, dessen Widmung das letzte ist, was man von dem Verfasser weiß. Im Mittelalter viel gelesen, wurde es bisher nur einmal vollständig, aber un-B.unrie von Leibniz in den 4 Scriptores rerum runsvicensium „ (Bd. 1) herausgegeben.