FeedGeschoß
VerkehrBrockhaus 1882

Geschoß, Fig. 18), welche beim Laden in die Züge eingedreht werden und an der kürzern Kante bd emiaug gleiten, in dem hintern Teil der Seele angelangt aber vermöge der Verengung eines der Züge an die längere Kante ae gedrängt werden, an welcher sie bei der Vorwärtsbewegung des Geschosses im Rohr verbleiben. Diese Kante heißt daher auch die Führungskante des Zugs, während bd Ladekante genannt wird. Diese besondere Anordnung soll die Das Zugprofil ergibt vorstehende Fig. 11, die geradlinige Kante UP ist die Ladekante, die gekrümmte edie Führungskante, das Geschoß hat einen entsprechend geformten Zinkzinnmantel. (S. unter Geschoß, Fig. 19.) Die Ansätze des letztern werden nach dem Laden mittels des Wischers mit ihrer gekrümmten Fläche an die Führungskante gebracht (diese Lage ist durch RS dargestellt). Durch die ganze Anordnung erhält das Geschoß bei der Vorwärtsbewegung eine gesichertere Anlehnung und ist gewissermaßen eentriert. Man nennt das Zugprofil dasjenige der Bogenzüge. Das Längenprofil eines österr. Punr 12; a Pulverammer, b gezogener Teil. Das Profil von Whitworth s. in beistehender Fig. 13; das Geschoß ist dem entsprechend geformt. Seine spätern Konstruktionen sind Vorderlader. Bei den preuß. Versuchen bildete man zunächst den Wahrendorffschen Verschluß weiter aus und kam derselbe als Kolbenv erschluß bei den zuerst eingestellten G. in Anwendung, fand mit der Annahme des preuß. Systems in der österr. Belageebenso in Belgien und mehrern kleinern deutschen Staaten. Eine Ansicht des Kolbenverschlusses bei halb durchschnittenem Rohr zeigt Fig. 14, a Kopf, b abgeflachter Teil des Verschlußkolbens, d der denselben festhaltende Quercylinder, n Kette, X Griff zum Quercylinder, VXVerschlußthür, mKurbel, i Gegenmuttern. Zum Gasabschluß wurde ein hanfpappener Boden vor den Verschlußkolben gesetzt. Ween der Schwierigkeiten, welche der Kolbenverschluß bei schweren Rohren oft darbot, nahm man, und zwar zunächst nur für Belagerungs- und Festungsgeschütze, den Doppelkeilverschluß des berliner Mechanikers Kreiner an, den in einer späterhin für Feldgeschütze modifizierten Gestalt Fig. 15 zeigt. Der Berschluß ist hier in der Ladestellung, der Hinterkeil ist mit Ubezeichnet, davor ist der Vorderkeil sichtbar, beide mit ihren schiefen Flächen aneinanderliegend. Ein durch beide Keile durchgehendes, mit der Seele sich vergleichendes Loch macht das Laden möglich. Der Stift?“ begrenzt diese Stellung. Zum Verschließen schiebt man den Verschluß so weit vor, bis die Scheibe G an das Rohr stößt. Dreht man dann die Kurbel nach rechts herum, so geht vermöge einer Schraube der Hinterkeil noch so weit in das Keilloch hinein, daß beide Keile an die vordere und hintere Wand desselben sich fest anlegen. Ein kupferner Ring vermittelt den Gasabschluß. Die Klinke Sp stellt den Verschluß beim Fahren fest. In Bezug auf den Verschluß von Armstrong und die Art, wie er seine Rohre, abweichend von allen frühern Verfahrungsarten, aus Schmiedeeisen herstellt, s. unter Armstrongkanone. Man nennt seine Herstellungsweise das Coil-Verfahren. Die innere Einrichtung eines Geschützrohrs preuß. Systems ist derart, daß vorwärts des Verschlusses zunächst ein glatter cylindrischer Teil sich befindet, von mrelb⸗ Weite, daß das Geschoß mit Spielraum in denselben eingeführt werden kann, hinter welchem dann die Ladung Platz findet. Dieser Teil heißt der Ladungsraum, an denselben setzt sich durch einen konischen libergang vermittelt der engere gezogene Teil an, in welchen sich das Geschoß mit seinem Bleimantel einzwängt. Bei Armstrongs Hiniterladern ist die Anordnung ähnlich, nur daß vor⸗ „wärts des Raums für das Pulver bereits ein verengter und mit Zügen versehener Raum für das fGeschoß sich befindet. Die auf die Hinterladung „unter Wegfall des Spielraums basierte Führungsart des Geschosses wird Pressionsführung ge⸗ „nannt, man spricht auch von Forcierung des Geschosses. Der eminente Vorteil dieser Anordnung zeigt sich in der außerordentlichen Präzision des „Schusses. Dagegen ergibt dieselbe erheblich vergrößerte Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit des Rohrmaterials, denen Armstrong durch die Wahl des Schmiedeeisens und den künstlichen Aufbau des Rohrkörpers gerecht zu werden sucht. In „Preußen wandte man sich für die Feldgeschütze und späterhin für die großen Kaliber dem Gußstahl zu, der zuerst durch Krupp (s. d.) in Essen für die Ver-JUwendung in großen Dimensionen geeignet dargestellt 3 man spricht dann von Keilzügen 8— (b in Fig. 16). Das Zugprofil selbst 9 s. Fig. 17. Die Windung der Züge genannt wird (e in Fig. 16). Armstrong hatte bei seinen Hinterladern das sägeförmige Zugprofil. Die äußere Gestalt der Röhre entsprach, insoweit nicht der Verschluß Anderungen bedingte, im allgemeinen den frühern Gepflogenheiten. Den erheblich vergrößerten Schußweiten entsprechend bedurfte es einer Modifikation der Richteinrichtungen am Rohr, man legte die Visierlinie vielfach an eine Seite des

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 887Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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