FeedGeulincx (Arnold)
ReligionBrockhaus 1882

Geulincx (Arnold), Philosoph aus der Schule des Cartesius, geb. 1625 zu Antwerpen, studierte l zu Löwen Theologie und Philosophie und wurde schon 1646 Lehrer der Philosophie an der dortigen Universität. Seine Bemühungen um eine freiere Lehrweise brachten ihm mancherlei Konflikte, welche dahin Patetar daß G. 1652 Löwen verließ. Er trat um Protestantismus über und lebte jahrelang in ot und Zurückgezogenheit seiner Wissenschaft, bis er 1665 Professor der Philosophie in Leiden wurde. Hier starb er bereits 1669. Er fand es mit dem von Cartesius überkommenen Dualismus von Körer und Geist unvereinbar, daß Vorstellungen unerer Seele iederum her unsers Körpers hervorrufen und wiederum Reizungen des Körpers Empfindungen und Vorstellungen in der Seele bewirken. Das führte ihn zu der Annahme, daß eine unmittelbare Einwirkung der Seele auf den Körper und des Körpers auf die Seele nicht stattfinde, sondern Gott habe beide in einer sog. Übereinstimmung Reieam de daß bei Gelegenheit (occasione) einer Reizung des Körpers in der Seele eine bestimmte Empfindung .. und bei Gelegenheit einer Vorstellung der Seele der Körper eine bestimmte Bewegung macht. Davon heißt sein System Ocecasionalismus. Von seinen Schriften verdienen Erwähnung: Logica fundamentis suis, a quibus hactenus collapsa fuerat, restituta (Leid. 1662), Metaphysica vera (Amsterd. 1661), Ed. Grimm, «Arnold G.' Erkenntnistheorie und Occasionalismuso(Jena 1875); Pfleiderer, Arnold G. als Hauptvertreter der occasionalistischen Metaphysik und Ethiks (Tüb. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 934Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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