FeedBekker (Balthasar)
ReligionBrockhaus 1882

Bekker (Balthasar), —½10 Theolog der reform. Kirche, geb. 30. März 1634 zu Metslawier in Friesland, wo sein Vater Prediger war, studierte in Gröningen und Franeker und ward dann Prediger in Otterlittens. Des Socinianismus angeschuldigt, folgte er einem Rufe als Pfarrer nach Loenen, dann nach —7 1679 nach Amsterdam. Doch auch hier erregte er bald den Haß seiner Amtshrüder, indem er in einer Untersuchung über die Kometen bewies, daß letztere weder Vorbedeutungen noch Vorläufer von Unglücksfällen seien. Am meisten Aufsehen und Widerspruch erregte De betoverde weereldo (Amsterd. 1690—93; deutsch von Schwager: «Die bezauberte Weltv, 3 Bde., Lpz. 1781—82). Mit einem für jene Zeit unerhörten Freimut bewies er hier zunächst auf Grund des Cartesianischen Dualismus von Geist und Körper, daß Dämonen und Teufel unmöglich auf das Gemüt des Menschen wirken können. Aber auch die Schrift stelle darüber keine Theorie auf, sondern was sie erzähle von Teufelserscheinungen, sei alleorisch zu verstehen, und die Dämonenbesitzungen seien öse Krankheiten, welche das Gehirn verwirrten. Eine Menge Streitschriften erschienen dagegen. B. ward 1692 seines Amtes entsetzt und exkommuniziert; er starb 11. Juli 1698.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 706Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6