Geusen (vom frz. gueux, Bettler) nannten sich die zu Philipps II. Zeiten in den Niederlanden verbündeten Edelleute und andere m Inauere Als nämlich der König Philipp neun Inquisitoren zur Vollstreckung der tridentinischen Dekrete in die Niederlande gesendet und dadurch Katholiken und Protestanten in die furchtbarste Bewegung gebracht 7+ erklärte der Adel, den Grafen Ludwig von assau und on Phil. Brederode an der Spitze, in dem sog., von Phil. von Marnir aufgesetzten Kompromiß, das er 5. April 1566 der Statthalterin Margareta von Parma überreichte, daß er sich in keinem Falle vor diese Inquisitoren ziehen lassen werde. Als die Statthalterin während der Audienz einige Verlegenheit zeigte, flüsterte ihr der Graf von Barlaimont, der Präsident des Finanzrats, französisch zu, sie solle sich vor diesem Haufen Bettler (gueux) nicht fürchten. Dieses hatten einige der Verbündeten gehört, und als man sich bei einem am Abend desselben Tags gehaltenen Bundesmahle über einen Namen für die Partei besprach, wählte man den Namen G. Die G. trugen aschgraue Kleider und als Erkennungszeichen den sog. Geusenpfennig, eine ovale 948 5 in Silber oder Gold, die auf der Hauptseite das Brustbild Philipps mit der Umschrift En tout fidèeles au royn, auf der Rückseite eine Tasche, wie sie Bettelmönche trugen, von zwei verschlungenen Händen gefaßt, und die Worte Jusqu'à porter la besacen zeigt. Zunächst unterlagen die G., doch nannten sich bald alle, welche gegen das span. Regiment zu den Waffen griffen, G. Namentlich die Meer-oder Wassergeusen machten sich durch ihre Kühnheit bald einen gefürchteten Namen und thaten auf der See den Spaniern vielen Abbruch. In der neuesten Zeit ist der Name wieder aufgekommen durch einen antwerpener polit. Verein, der ihn angenommen hat. Gensis (grch.), das Kosten, Schmecken; geustisch, auf den Geschmack bezüglich; Geustik, soviel wie Geumatik.