Gewicht nennt man den Druck, welchen ein Körper vermöge der Schwerkraft auf eine ihn im allen hindernde Unterlage ausübt. Jedes Teilen eines Körpers erzeugt einen solchen Druck, d. h. jedes Teilchen ist schwer. Die Summe aller dieser einzelnen Drücke erscheint als das G., welches, ohne Rücksicht auf die Größe des von dem Körper eingenommenen Raums, das absolute Gewicht heißt und einen dem letztern proportionalen Ausdruck für die Menge der Materie oder Masse (s. d.) darstellt. Zur Bestimmung des (absoluten) G. mittels der Wage dienen gewisse als Einheiten vereinbarte Gewichtsgrößen (Gewichte), wie das Gramm, Dekagramm, Kilogramm u. s. w., welche in einfacher, geteilter oder vervielfachter körperlicher Ausführung die Gewichtstücke bilden. Gleichgroße Teile verschiedenartiger Körper haben aber nicht einerlei absolutes G., und dadurch gelangt man zum Begriffe des spezifif chen oder eigentümlichen G., welches aus dem Verhältnis oder aus dem Quotienten des absoluten G. der Körper durch ihren zugehörigen Rauminhalt besteht. Demnach ist das spezifische G. das G. einer gewählten Volumseinheit und wird berechnet, wenn man das absolute G. der Körper durch ihr Volumen dividiert, wobei letzteres in den gewählten Volumseinheiten ausgedrückt sein muß. Sagt man z. B., dies Stück Eisen wiegt 3 Kg, so ist damit das absolute G. ausgesprochen; wird aber anegeben, daß 1 Kubikdecimeter Eisen 7,8 kg wiege, o hat man dadurch einen Ausdruck für das spezifische G. dieses Eisens. Da das spezifische G. der Körper ungemein verschieden ist und zu den charakteristischen Eigenschaften derselben gehört, so ist eine die Vergleichung gestattende Bezeichnung dafür wünschenswert. an ist übereingekommen, für alle Körper ein 6.86 großes Volumen zu Grunde zu legen, das G. des Wassers als Einheit anzunehmen und das spezifische G. aller übrigen Körper durch diejenige Zahl auszudrücken, welche angibt, wie groß deren absolutes G. ist, wenn jenes eines leichgroßen Volumens (reinen) Wassers I1 gesett wird. Nimmt man B. das Kubikcentimeter für jeden Körper als Volumseinheit, dann ist 1 g das 2 u. f. G. des Wassers, 7,8 g das des Eisens u. f. w. Ist dagegen das Kubikdecimeter als Raumeinheit gewählt worden, dann gelten dieselben Zahlen für die spezifischen G. wie vorhin, jedoch ist dann die zugehörige Benennung Kilogramm. Um jedoch jede Beifügung von Maß⸗ und Gewichtsnamen zu ersparen und es nur mit einfachen Zahlen zu thun zu haben, gibt man gewöhnlich statt der spezifischen G. die Dichten (s. d.) an, welch letztere den erstern stets proportional, ja im metrischen Maßsystem sogar in den Zahlenausdrücken ganz gleich sind, mit dem Unterschiede jedoch, daß die spezifischen G. benannte, die Dichten dagegen unbenannte Zahlen sind. In früherer Zeit wurde daher häufig statt Dichte aspezifisches G.v gesagt, und auch jetzt geschieht dies nicht selten. In diesem Sinne hört man z. B. sagen: das spezifische G. des Goldes ist 19,3 bis 19,6; des Schmiedeeisens 7,6 bis 7,8; des Marmors 2,71¹ bis 2,83; des Olivenöls 0,918; des wasserfreien Weingeistes 0,92; des Quecksilbers 13,55 u. s. w. Diese unbenannten Lehort bezeichnen aber eigentlich die Dichten der zugehörigen Körper und nicht ihre spezifischen G., welche zwar im metrischen System ebenfalls durch jene Zahlen gegeben sind, aber, wie bereits oben gesagt, mit Gramm oder Kilogramm benannt werden. Sowie man zwischen absolutem und spezisischem G. unterscheiden muß, so darf man auch Schwere (f. d.) und G. nicht verwechseln. Erstere ist eine für alle Körper alte Besch Kraft und wird durch die von ihr bewirkte Beschleunigung der Acceleration (s. Fall und Geschwindigkeit) lieelerawährend G. durch das Produkt aus der Acceleration der Schwere mit der Masse ausgedrückt ist, mithin wächst, wenn die Menge der Materie zunimmt. Je massiger ein Körper ist, desto größer ist auch sein G., während für die Orte gleicher geogr. Breite die Acceleration der Körper von verschiedenster Masse beim Fallen (s. d.) stets dieselbe bleibt, woraus die Gleichheit der Schwerkraft für alle Körper sich ergibt. Da die Masse mit der Beschleunigung multipliziert werden muß, um das (absolute) G. eines Körpers zu erhalten, so folgt daraus, daß die Masse wohl dem G. roportional, aber demselben nicht gleich ist. Die Proportionalität zwischen Masse und G. reicht bnte Mittel zu bewirken, daß das absolute G. das beste Mittel zur Mengenbestimmung des Stoffs ist, zumal für feste Körper, indem das Aus⸗ oder Abmessen nach Raumgrößen teils schwer oder gar nicht ausgeführt werden kann, teils nur unter gewissen Bedingungen denselben Grad von Genauigkeit gewährt. Von größter kadialtcen ist demnach die gesetzliche Aufstellung und allgemeine Festhaltung der im Verkehr zu gebrauchenden Gewichtgrößen, deren Gesamtheit in einem Staate dessen Gewichtsystem bildet. Ein solches System enthält als wesentliche Bestandteile die genaue Bestimmung der zu Grunde liegenden Gewichtseinheit, sodann deren Teilung und Vervielfältigung samt den zu gebrauchenden Benennungen. Ein gutes Gewichtsystem muß in innigem Zusammenhange mit dem Maßsysteme When und aus demselben in einfacher Weise entwickelt sein, indem als Gewichtseinheit am zweckmäßigsten das G. des reinen Wassers gewählt wird, welches bei bestimmter Temperatur eine bestimmte Einheit des Kubikmaßes füllt. Diesen Vorteil bietet das Metrische System (s. d.), welches auch deshalb in neuerer Zeit immer mehr amtlich eingefhrt wird. (S. Maß und Gewicht.) Die Gewichtseinheit dieses Systems ist das Kilogramm (kg), d. i. der Druck eines Kubikdecimeters (Liters) chemisch reinen oder destillierten Wassers größter Dichte (bei 4˙ C.) auf der pariser Sternwarte. Der letzte Zusatz ist notwendig, weil die Acceleration der Schwere, mithin auch das G. für die Orte größerer —5— Breite zunimmt. Das Etalon (s. d.) des Kilogramms ist das G. eines in Paris aufbewahrten Platingewichtstücks, dessen Druck auf eine wagerecht ruhende Unterlage dem soeben genannten Wasserkilogramm vollkommen Hliret ist. Der tausendste Teil des Kilogramms heißt Gramm (g); es wird als kleinere Gewichtseinheit gebraucht. Ein Deka⸗, Hekto⸗ oder Kilogramm (1 dg, 1 hg, 1 kg) enthalten beziehungsweise 10 g, 100 g, 1000 g, während 1 Deci⸗, Centi⸗, Milligramm (1 dg, 1 cg, 1mg) nur 0,1 g, O,oi g, 0,001 g wiegen. Ein metrischer Centner enthält 100 kg, ein Zollcentner 50 kg, eine Tonne 1000 kg. Zu Vergleichung des metrischen G. mit den wichtigsten ältern G. dient folgende Tabelle: fund Pfund fund au- Pfund gramm