Garanein (von Garance, frz. Krapp) ist ein für die Zwecke der Zeugfärberei aus Krapp dargestelltes Fabrikat. Der gemahlene Krapp wird mit kaltem Wasser gewaschen und dann mit Schwefelsäure, oder in neuerer Zeit auch wohl mit Chlorzink versetzt und auf eine Temperatur mit 100 erwärmt, darauf mit Wasser gewaschen und getrocknet. Das G. unterscheidet sich von dem Krapp durch ein viel stärkeres Färbevermögen, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß ihm durch die Behandlung mit Wasser eine Menge von wertloser öslicher Materie entzogen ist, namentlich aber darauf, daß die im Krapp in Form von Glukosiden enthaltenen Farbstoffe durch Zersetzung der Glukoside frei gemacht sind.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 531Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei