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Sagen & MythenBau-Lexikon 1881

Horen, k. pl. (Mythol.). Bei den Griechen Göttinnen der Jahreszeiten, bei den Römern der Stunden. In früherer Zeit unterschieden die Griechen nur zwei Jahreszeiten: den Sommer, die anmuthige, und den Winter, die rauhe; daher verehrten sie auch nur zwei H. Später trennte man die anmuthige Jahreszeit noch in Frühling, Sommer und Herbst und nahm danach drei H. an, die man Anatole, Thallo und Carpo nannte. Die mit diesen Wesen verbundene Idee von Reiz und Anmuth führte oft Verwechselung mit den Grazien herbei, jedoch verband man mit dem Begriff der H. noch die Ideen strenger Ordnung, Güte und Gerechtigkeit. Man nannte sie in diesem Sinn auch wohl Eirene (Friede), Dike (Gerechtigkeit), Eunomia (Ordnung). Man bildet sie abals Jungfrauen, mit aufgeschürzlen Kleidern tanzend, auch wohl einen Wagen ziehend, mit Attributen der Jahreszeiten versehen, manchmal auch in Begleitung der Grazien.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 64Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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