Bleigewinnung in ähnlicher Weise wie die rze, während man einen eventuellen Bleigehalt der Schlacken durch Umschmelzen derselben mit geschwefelten Erzen in einem Rosten und Stein ansammelt, der wie oben durch Rösten und Schmelzen auf B. verarbeitet wird. Diese Methode der Zugutemachung (die sog. Röstreduktions⸗ oder ordinäre Bleiarbeit) kommt in Freiberg, Pribram, Ems, am Unterharz u. s. w., die unter b auf den amenatt. Hütten, die unter a in Kärnten und auf engl. und belg. Hütten zur Anwendung. Das beim Bir mur in Flamm⸗ und Schachtöfen erhaltene B. ist nur in seltenen Fällen so rein, daß es direkt verkauft werden kann; es hält meist Antimon, Arsen, Kupfer, Zink, Eisen, Silber u. s. w. und ein deshalb raffiniert werden. Oft Eemme nur einfaches Umschmelzen bei niederer emperatur zur Beseitigung der Nebenbestandteile, das leichflafsige B. saigert aus, während eine kupfer⸗, zink⸗ und eisenreichere Bleilegierung obenauf schwimmt (Gekrätz, Schlicker) und abgezogen werden kann. Unreinere B. aber müssen in Flammöfen eingeschmolzen und vermittelst Zuführung von Luft oder Einführung von über itztem Wasserdampf, oder auch mrühren mit oxydierenden Substanzen, wie Bleiglätte, Salpeter u. s. w., ereinigt werden. Bei dieser Art Raffination kommen teils durch Verflüchtigung, teils durch Uberführung in abziehbare Gekrätze oder Schlicker Arsen, Antimon, Zink, Eisen „Kupfer, Nickel zur Abscheidung, und nur das Silber bleibt bei dem B. Über die Trennung beider Metalle durch Pattinsonieren, durch Umschmelzen mit Zink und Behandeln mit überhitztem Wasserdampf, endlich durch Abtreiben s. unter Silber. Das reine B. ist bläulich-grau, von starkem Metallglanz, färbt stark ab und zeichnet si durch Weichheit und Biegsamkeit aus, daher es einen ziemlich hohen Grad von Dehnbarkeit, aber nur ewnk absolute Festigkeit besitzt. Das spezifische ewicht des raffinierten Bis ist 11,7, das des ge5155. 11,352 und das des gewalzten 11,358. Das B. schont zu den 68 öht sih etallen, es schmilzt schon bei 332·. Es la t sich nur schwierig feilen, indem die Feilspäne ihrer Weichheit wegen die Vertiefungen der Feile verstopfen. An der Luft überzieht es sich mit der Zeit mit einem Oxyd½½ schneller bildet sich beim Schmelzen eine ecke von grauem Achtan (Bleiasche, Bleikrätze), welches durch längeres Glühen erst in gelbes, dann in rotes Bleioxyd oder Mennige übergeht. Außerdem gibt es ein braunes Superoxyd des B. Die Bleiglätte (s. d.) ist 1 geshmolzenes, eine schuppige Masse darstellendes gelbes Bleioxyd. B. gilt mit Recht als ein Metall von Platter ichtigkeit. Man benutzt es zu Röhren, Platten, zu Bleifolie, zu Pfannen und Kammern zur Schwefelsäurefabrikation, zur Schrot- und ene Hescbübrohre u Bleimantelgeschossen für gezogene Geschützrohre, bei gewissen, auf die Gold-Iowie zur Dateflunn bezüglichen Hüttenprozessen, sowie zur Darstellung verschiedener w. 18 wichtiger Präparate, Legierungen u. s. w. In der Heilkunde wird B. eiwaß in Form von Bleipflaster, Bleisalbe, Bleiwasser u. s. w. als äußerlich anzuwendendes Mittel benutzt. Alle Bleiverbindungen wirken als heftige Gifte auf den Organismus, es ist daher Vorsicht bei der Verwendung von bleiernen oder B. enthaltenden ürStchlaur geboten. (S. Bleivergiftung.) Mit Bleiglasur versehene irdene Töpfe sollten nie zur Bereitung von Speisen dienen, weil die in den Nahrungsmitteln enthaltenen oder denselben zugesetzten Säuren (Essig) die Glasuren angreifen. Der Gebrauch von bleiernen Wasserleitungsröhren kann gefährlich werden, aber nur in dem Falle, daß man ungewöhnlich weiches Wasser hat; das meiste Gebrauchswasser greift jedoch Blei nicht an. Bleivergiftun en (s. d.) sind nicht selten, treten aber mehr in Form scleichender Übel auf. Die Produktion von beträgt in Europa gegen 5,5 Mill. Ctr.; davon kommen auf das Deutsche Reich 1J1, auf Großbritannien 1,5, auf Spanien 1,2, auf Italien 0,75, auf Frankreich 0/, auf Osterreich-Ungarn 0,/25 Mill. Ctr. In den Bleiverbindungen fungiert das B. als zweiwertiges Element und ht mit andern Elementen oder Atomgruppen vielfache Verbindungen ein, von denen manche in technischer Beziehung von großer Bedeutung sind. Die wichtigsten seiner Verbindungen sind: 1) Bleioxyd Pbo Bleiglätte (s. d.) entsteht bei dem Erhitzen des B.s unter Zutritt der Luft. 2) Bleioxydhydrat, Bleihydroxyd Pb (OLE) 2, wird erhalten durch Zersetzung eines löslichen Bleisalzes durch Natronhydrat, wobei ein Überschuß des letztern zu vermeiden ist, da hierdurch Bleioxydhydrat gelost wird. Weißer, schwerer, in Salpetersäure und Essigsäure, sowie in Alkalien leicht löslicher Niederschlag, der bei 130 Wasser abgibt und bei 145 wasserfrei wird. Bläuet im feuchten Zustande roten Lackmus. 3) Bleisuboxyd Pb, O bildet sich als graue Masse beim anfänglichen Erhitzen von Blei an der Oberfläche, wird rein erhalten beim Erwärmen von Bleioxalat auf 300˙ unter Ausschluß der Luft. 4) Bleisuperoxyd, Bleiperoxyd Pbo,, kommt als seltenes Mineral, Schwerbleierz oder Plattnerit, in der Natur vor; es läßt 30 aus Mennige durch Behandeln mit verdünnter Salpetersäure erhalten, oder nach Wöhler, indem man eine Lösung von 4 Teilen Bleizucker mit 3 Teilen krystallisierter Soda vermischt und so lange Chlor einleitet, bis der ED 8 gebildete weiße Niederschlag eine tiefbraune Farbe angenommen hat. Nach dem Trocknen schweres braunes Pulver, welches beim Erhitzen Sauerstoff aabund Die Hälfte seines Sauerstoffs ist sehr lose ebunden, es oxydiert daher viele verbrennliche örper, mit Schwefel zusammengerieben entzündet es denselben schon bei gewöhnlicher Temperatur, mit Phosphor tritt Entflammung unter Explosion ein. Es findet wegen dieser Eigenschaft vielfach Verwendung in der Zündwarenfabrikation. Es verbindet sich mit einigen Säuren, sowie mit Alkalien zu leicht zersetzbaren Salzen. In verdünnter Salpetersäure, Schwefelsäure unlöslich. 5) Rotes Bleioxyd oder Mennige (s. d.) wird erhalten durch schwaches, aber andauerndes Erhitzen von 6) Bleisulfid, Bleisulfuret, Schwefelblei Pbs, kommt als Mineral Bleiglanz in reichlichen Mengen natürlich vor und bildet das wichtigste Rohmaterial der Bleigewinnung. Er entsteht unter Feuererscheinung beim Erhitzen von B. in Schwefeldampf und nimmt beim Erstarren krystallinische Form an; als schwarzer amorpher Niederschlag wird es erhalten, indem man au felwasserstoff in eine schwach angesäuerte Lösung eines Bleisalzes leitet. Letzterer läßt sich in einem Strome von Schwefelwasserstoff unverändert schmelen und geht dann beim Erkalten in die krystalliierte Modifikation über. Unlöslich in verdünnten Säuren, wird beim Kochen mit Chlorwasserstoffsäure und Salpetersäure unter Zersetzung gelöst. Beim Erhitzen an der Luft wird es partiell oxydiert zu Bleisulfat, dieses wird aber durch unverändert ebliebenes Schwefelblei in metallisches B. und schweslige Säure übergeführt; hierauf beruht die metallurgische Gewinnung des B. Es findet noch mitunter, wiewohl selten, Verwendung zur I1. tigung bleiischer lasuren in der Thonwarenindu7) Bleichlorid PbCl, Chlorblei, Hornblei, Magisterium Plumbi, als Erz Cotunnit, entsteht als ein in kaltem Wasser schwer löslicher, krystallinischer ekuneronn beim Versetzen einer konzentrierten Bleizuckerlösung mit Salzsäure, oder unter Entwickelung von Schwefelwasserstoff beim Kochen von feingepulvertem Bleiglanz mit lmdes Salzsäure, wobei die Lösung beim Erkalten das Bleichlorid in feinen Krystallen fallen läßt. Es ist in 30 Teilen siedendem, in etwa 130 Teilen kaltem Wasser löslich und verbindet sich mit Pochlor zu verschiedenen Oxychloriden. als weiße Malerfarbe unter dem Namen Pattinsons Bleiweiß bekannt und wird erhalten durch Vermischung einer kalten wässerigen alerzurbelösung mit Kalkwasser. Eine gelbe Malerfarbe, Turners Gelb, Patentgelb, 1 PbCl. 3PbO und wird erhalten, indem man Bleiglätte so lange auf konzentrierte Kochsalzlösung wirken läßt, bis diese in eine rein weiße Masse verwandelt ist; letztere wird gewaschen und dann bei gelinder Wärme geschmolzen, wobei sie eine gelbe Farbe annimmt. Hierher eches auch das Kasseler Gelb PbCi . 7Pbo, welches erhalten wird, indem man 10 Teile Mennige mit 1 Teil Salmiak bis zum Schmelzen erhitzt; am Boden des Tiegels findet sich nach dem Erkalten metallisches Blei, darüber eine Schicht der schönen 641 Farbe. 9) Bleiiodid Pbla, atem 28 Plumbum iodatum, schön gelber, in kaltem Wasser sehr schwer, in etwa 200 Teilen kochendem Wasser mer. Lo-Niederschlag, welcher beim Vermischen einer Lösung von 114 Teilen Bleizucker mit einer Lösun von 100 Teilen Jodkalium entsteht; im Überschu von Jodkalium, sowie in unterschwefligsaurem Natron leicht löslich; wird als Arzneimittel verwandt und ist in die Deutsche Pharmakopöe auf10) Bleicarbonat, kohlensaures Bleioxyd PbCoO, in der Natur vorkommend als Wesdolesees Cerussit, entsteht als weißer, in Wasser unlöslicher Niederschlag beim Zersetzen von