Isis (Mythol.), auch Mot gen., Schwester u. Gattin des Osiris, weibliche Halbgottheit der Aegypter, Symbol der Natur als Ernährerin alles Lebenden, daher gewöhnlich als junges Weib im faltenreichen Gewand dargestellt, welches über der Brust in einen Knoten zusammengefügt ist, auf ihrer ägyptischen Haube eine Lotosblume, ein Sistrum (musikalisches Instrument) oder ein Wassergefäß in der Hand haltend, oder auch sitzend, den Harpokrates säugend, wie Maria mit dem Christuskind; auch erhielt sie wohl das Bild des halben Mondes als Attribut u. wurde als Allernährerin mit vielen Brüsten abgebildet. Nach früheren Abildungen erscheint sie als Mondgöttin in weiblicher Gestalt mit Kuhhörnern, ja selbst mit dem Kopf einer Kuh und einer Kugel zwischen beiden Hörnern. islamitische Stile. Die Lehre des Islam mußte natürlich auch eine neue Kunstrichtung erzeugen. Je nach den Volksstämmen, die sich dem neuen Glauben zuwandten, äußerte diese Kunstrichtung sich in der Gestaltung verschiedener Baustile, die in drei Hauptgruppen gesondert werden können: 1. älteste: arabischer Baustil; 2. mittelalterliche: maurischer, sarazenischer Stil, syrisch-mohammedanische, perso-mohammedanische, ostindo-mohammedanische Bauweise; 3. neuere: neupersische, neuere ostindomohammedanische, modern ägyptische, neuarmenische und türkische Bauweise; s. d. betr. Art. sowie d. Art. Mohammedanisch. Gemeinsam ist diesen Stilen a) das, was aus der Religion selbst hervorging, so die Grundrißgestaltung der beiden Moscheearten, f. d. Art. Moschee, die ziemlich, wenn auch nicht ganz konsequente Vermeidung der Darstellung lebender Wesen, die daraus folgende Bevorzugung des pflanzlichen Elements u. der geometrischen Spielereien in der Ornamentirung; b) einiges Konstruktive, was man auf die vor Mohammed bei den betreffenden Völkern allgemeine Benutzung von Zelten hat zurückführen wollen, es aber wohl seinen Grund in den ungemein hohen mathematischen Kenntnissen hat, welche namentlich die afrikanischen Mohammedaner auszeichnete. Dahin gehört die Vorliebe für die scheitrechten Bögen, die Ausbildung des Hufeisenbogens, die oft sehr kühne Kuppelkonstruktion, die eben so bewundernswerthe Holzkonstruktion; o) auf technischem Gebiete die Vorliebe für Piseebau, die häufige Anwendung und treffliche Ausführung der glasirten Fliesen, der Gipsornamente, der farbigen Ausstattung und der eingestemmten Arbeiten und die Anwendung der Stalakitengewölbe; d) die Aufnahme byzantinischer Elemente in die Grundrißdisposition u. orientalischer Elemente in die Formgebung, namentlich des Spielens mit verschlungenen Linien in reicher Ornamentik, in den Profanbauten die thunlichste Abschließung nach außen. Im übrigen aber entfernen sich die einzelnen Stile u. Bauweisen ziemlich weit von einander.