Juraformation, k., franz. kormation jurassique, engl. jura-Hormation (Min.), nennt man diejenigen sedimentären Bildungen der Erdkruste, welche hauptsächlich aus kalkigen Ablagerungen bestehen. Die einzelnen Glieder dieser Formation bilden die Hauptmasse des Iura. gebirges. Die J. ist sehr verbreitet in der Natur; vom Juragebirge aus zieht sie sich durch die schwäbische Alp, durch die fränkische Höhe bis gegen Koburg. Hier sind die kalkigen Ablagerungen unterbrochen und kehren jenseit des Harzes wieder. Aehnliche Ablagerungen finden sich in England und Frankreich; in letzterem besonders auf dem Pariser Gebiet. Die Alpen zeigen gleichfalls die der J. angehörigen Ablagerungen, jedoch mit etwas abweichenden Zusammensetzungen. Die Verbreitung dieser Formation ist sehr groß; sie läßt sich durch ganz Italien, die Türkei und Griechenland verfolgen. Man findet sie ferner in Spanien, im Himalajagebiet, im nördlichen Afrika u. in Südamerika. — Die Juragruppe zerfällt nach ihrem Hauptvorkommen in Süddeutschland in die 3 Formationen des weißen, braunen u. schwarzen Jura (Jurakalks), frz. caloaire jurassique; engl. jura-limestone. — Der Sbibliothek Heidelberg weiße Jura bildet die steil abfallenden Höhen der Juraberge. Das oberste Glied des weißen Jura ist mergeliger homogener Kalkstein von schieferigem Gefüge. Am schönsten findet er sich in der Grafschaft Pappenheim, bes bei Solnhofen. Die härteren, gleichartigen Platten aus den Solnhofer Brüchen verwendet man als lithographische Steine, die zu Lithographie untauglichen zu Tischplatten, Fußböden, Bedachungen u dgl. Unter diesem Schiefer liegen dann mächtige, undeutlich geschichtete Felsmassen, bestehend aus 3 Varietäten von Kalkstein, als vollkommen gleichartiger dichter Kalk, hellgelber krystallinischer Kalk u. als graulicher Dolomit. Die körnigen Kalke finden sich bes in Schwaben, die Dolomite in Franken. Die dichten Kalke liefern ein ausgezeichnetes Baumaterial. Die untersten Schichten des weißen Jura bestehen aus mächtigen Lagern von gleichartigen Kalkschichten und zuletzt aus einem Wechsel von Mergel⸗ u. Kalkmergelschichten. Die Mergel des weißen Jura gehen allmählich in den braunen Zura über. Dieser ist seiner Hauptmasse nach dunkelgrauer Thon, durch Eisenoxyd braun gefärbt. Man findet in ihm sehr viel Ammoniten, Terebrateln, Gryphäen, Pectenarten, Echiniten und Spalangen. In den unteren Schichten herrschen braune Sandmergel und Sandsteine vor; die tiefsten Regionen enthalten Schieferthone. Jenseit des Schwarzwaldes macht ein volithischer Kalk die Hauptmasse des braunen Jura aus. — Der schwarze Zura, auch Leias oder Lias genannt, geht unter dem braunen Jura meist als schmaler Saum zu Tage. Seine Masse besteht aus Thonmergeln mit untergeordneten Lagern von Kalkmergeln und Sandsteinen. An der obern Grenze findet man einen durch Bitumengehalt und schieferige Absonderung ausgezeichneten Mergel, den Leiasschiefer. In der Mitte sondern sich kalkreichere, festere Schichten bis zu 30 em. Dicke aus, der Leiasmergel. Die unterste Lage bildet einen harten Sandmergel, den Leiassandstein. Die Juragruppe im nördlichen Deutschland besteht gewöhnlich aus einer von Bitumen u. Kohle durchdrungenen, schieferigen Thonmasse mit untergeordneten Kalkschichten. Die oberste Lage nimmt eine Kalksteinbildung ein, welche aus dunkelgrauen, bituminösen Kalksteinen, zwischen denen Schieferthone und Sandsteine vorkommen, und aus volithischen Kalksteinen besteht. Die mittleren Schichten enthalten dunkelrostbraune, grobkörnige, thonige Sandsteine, mit Streifen von Brauneisenstein, Sphärosideritknollen u. Zwischenlagen von Schieferthon. An der Stelle des schwarzen Jura finden sich, wie in Süddeutschland, kalkreiche, bituminöse Mergelschiefer, eisenschüssiger Sandstein, dunkler, bituminöser Kalkstein und heller Sandstein. In Ungarn u. im Banat ist der schwarze Jura vertreten durcheine Steinkohlenformation, bestehend genheit sind zu nennen die von Paris, von Lüttich (Fig. 1777) 26., unter den neueren der von Brüssel, Fig. 2243, im Jahre 1866—1880 nach dem Plan Poelaerts gebaut, 30 600 ꝗàm. bedeckend. 40 qJut-Out, engl., s. tot jet-Out.