FeedKalorimeter
TechnikBau-Lexikon 1881

Kalorimeter, u., Wärmemesser, m., frz. calorimètre, m., engl. calorimeter, Apparat zum Messen der Wärme eines Körpers. 1. Die von Lavoisier und Laplace benutzte Einrichtung besteht aus drei Gefäßen, die in einander gesetzt werden können. Der Zwischenraum zwischen dem ersten und zweiten, wie auch der zwischen dem zweiten und dritten, ist mit Eisstücken ausgefüllt. Ein bestimmtes Gewicht oder Volumen eines bestimmten Körpers, für den man die relative oder spezifische Wärme bestimmen will, wird nun, in heißes Oel oder in eine sonstige Flüssigkeit von bestimmter Temperatur getaucht, in das erste (innerste) Gefäß gebracht. Aus der Menge des Wassers, das infolge des Schmelzens der Eisstücke vom Boden des zweiten Gefäßes abfließt, wird die Wärmekapazität des Körpers bestimmt. Das Eis im Zwischenraum zwischen dem zweiten u. dritten Gefäß hat nur den Zweck, die éäußere Wärme abzuhalten. Daraus, daß die Wärme, welche 1g. Wasfer von 792 O. abgiebt, gleich ist der Wärme, welche nöthig ist, um 1 kg. Eis zu schmelzen, ergiebt sich dann die Wärmemenge, welche nöthig wäre, um den Körper bis zu einer gewissen Temperatur zu erhitzen, entsprechend der durch die Abkühlung frei werdenden. So braucht man, um Glas um eine beliebige Anzahl von Graden zwischen 0e und 100 abzukühlen, also auch zu erwärmen, 498 der Wärme, welche man nöthig hat, um dasselbe Gewicht Wasser um eben so viel abzukühlen oder zu erwärmen. Die angegebene Methode läßt sich jedoch nicht auf alle Körper anwenden; einmal, da hinreichende Massen der zu untersuchenden Substanz vorhanden sein müssen, und dann, weil sich diese nicht in der Flüssigkeit, in welche man sie vorher taucht, lösen dürfen. — 2. Bie von IJ T. Mayer herrührende Methode beruht darauf, daß die Körper sich um so schneller bis zur Temperatur ihres Mittels abkühlen, je kleiner ihre Wärmekapazitiit ist. Es wird dabei die Zeit, welche bis zum Abkühlen gebraucht wird, direkt proportional der Kapazität gesetzt; bei der Untersuchung mehrerer Körper müssen diese gleich große Oberflächen haben. Dulong und Pelit haben nach dieser Methode viele Versuche angestellt. Bei Gasen wird dafür gesorgt, daß diese stets unter gleichem Druck stehen, und dann läßt man sie in einer Röhre durch eine mit Dampf aus kochendem Wasser von bestimmter Temperatur angefüllte größere Röhre steigen von wo das Gas dann in das K. tritt, in welchem entweder die Abkühlung mittels des genau gewogenen Kühlwassers bestimmt, oder durch Fortsetzung des Versuches, bis das Kühlwasser eine konstante Temperatur annimmt, aus der Erhöhung in der Temperatur dieses Wassers im Vergleich mit der äußeren Wärme ermittelt wird. Bei Gasen und Dämpfen ist übrigens die spezifische Wärme bei konstantem Druck von der bei konstantem Volumen zu unterscheiden, indem ein bestimmtes Juantum Gas bei einem bestimmten Druck durch eine Temperaturerhöhung ein größeres Volumen einnimmt und dann durch die Zusammendrückung auf das frühere Volumen direkt eine weitere Temperaturerhöhung eintritt. ibliothek Heidelberg

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 138Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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