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ReligionBau-Lexikon 1881

Klosterkirche, k., frz. église f. Conventuelle, mou-Sstier, aoutier, engl. conventualchurch, abbey-church, minster, lat. monasterium, daher Münster. Von der Pfarrkirche weicht die Klosterkirche besonders darin ab, daß sie verhältnismäßig ein großes Chor u. kleines Schiff, dagegen oft ein ziemlich großes Narthex hat. In letzteres, bei vielen Kin aber auch in das Schiff, haben die Laien Zutritt, im Chor sitzen die Mönche. Im übrigen sind die Kin fast ebenso disponirt wie andere Kirchen, bis auf folgende Ausnahmen: Die Benediktinerklosterfirchen haben meist ausgedehnte Krypten, oft Doppelchor u. Doppelthürme. Namentlich die Klöster der schottischen Benediktiner, die sogenannten Schottenklöster, haben oft sehr imposante Kirchen. Die Cisterzienser liebten es, sich in Waldthälern od. Wiesengründen anzusiedeln, sie zogen den Ackerbau aller Kunst vor; ihre Kirchen sindeinfach, ohne besondere Thurmanlage, ohne Emporen, ohne Krypta, meist nur mit einem Dachreiter versehen. Eigenthümlich ist ihnen die Anlage vieler Altarkapellen, und zwar entweder in einer Reihe alif der Ostseite der meist ziemlich langen Querschiffe, oder auch rings um den Chor herum, sowie der meist rechtwinklige Chorschluß, bes. dieser Seitenkapellen, s. Fig. 2340 2342. Bunte Glasmalerei war verboten, dagegen Grau in Grau ausgeführte gestattet; Laien, besonders Frauen, durften die K. nicht betreten. Daher findet man in der Kirche meist einen hohen Letiner, der einen Theil des Schiffs abschneidet, hinter welchem die Frauen blieben, oder in geringer Entfernung von den Cisterzienserklöstern eine besondere Laien⸗(Frauen⸗) Kapelle. Augustiner gaben ihren Kirchen gern einen Centralthurm, jedenfalls aber ein ausgeprägtes Kreuzschiff. Bettelmönche (Franziskaner und Dominikaner) bauten ihre Klöster meist in Städten; ihre Kirchen sind besonders für die Predigt berechnet, namentlich bei den Franziskanern oft zweischiffig, selten kreuzförmig im Grundriß. Die Seite hinter der Kanzel hat oft keine Fenster. Das Altarhaus ist meist einschiffig, etwaige Seitenkapellen, wie sie bei größeren Anlagen, Fig. 2843, wohl vorkommen, sehr niedrig, eine Krypta nie vorhanden; der Thurm, wenn ein solcher überhaupt vorhanden, ist nur schmal und einfach und steht auf der Langseite beim Anfang des Chors. Die Karthäuf erkirchen haben eine ganz besonders ausgebildete Choranlage, oft deren zwei, s. K und L in Fig. 2341. In den Nonnenklosterkirchen, besonders der Benediktinerinnen und Cisterzienserinnen, steht meist am Westende für den G hordienst der Nonnen eine Empore mit Altar, die sich oft fast über das ganze Langhaus erstreckt, für die nicht diensthabenden Nonnen Emporen in den Seitenschiffen, dicht vergittert, gleich dem Chor für die Sängerinnen losterschule, 4. s. d. Art. Schule.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 195Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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