FeedKohksofen
TechnikBau-Lexikon 1881

Kohksofen, m., frz. four m. & coke, engl. Coke-Oven. Die hier beschriebene, in Fig. 2347 im Querschnitt bei A B des Grundrisses und in Fig. 2348 im Grundriß bei OD des Durchschnitts in /wirklicher Größe dargestellte Konstruktion von Kohksöfen ist bis jetzt die beste, erfordert nicht mehr Kostenaufwand als die vorher bekannten, und ist bei weitem dauerhafter. Dabei nimmt dieser Ofen wenig Platz ein, verkohkt in 24 Stunden 1500 kg. (etwa 80 preuß. Tonnen), läßt sich mit der größten Leichtigkeit füllen und entleeren und gewährt daher eine bedeutende Ersparung von Arbeitslöhnen. Auch können seine Gase zu Feuerung von Dampfkesseln oder zu anderen Zwecken benutzt werden. Bei wasserstoffreichen Kohlen kann man einen Theil des Ammoniaks und des Theers, die sich daraus entwickeln, sammeln. Bekanntlich muß man die Kohlenmasse in kleine Portionen abtheilen und dieselben möglichst schnell zu erwärmen suchen, welches nur durch eine große Wren fläche geschehen kann. Diese ist hier durch im Ofen angebrachte senkrechte, doppelt umwandete Räume a erreicht, damit die entweichenden Gase zwischen den Wänden verbrennen und frei eirkuliren, dann aber am untern Theil der Ofenabtheilungen ausströmen. Ein prismatischer Raum ist mit länglich viereckiger Basis, äußerlich mit Mauerwerk c umgeben und im Innern in 12 gleiche Abtheilungen a getheilt, deren O, m starke Wände, aus feuerfesten Ziegelsteinen, durch leere Räume b von einander getrennt sind. Der Mantel e, ebenfalls aus feuerfesten Ziegelsteinen, ist von den benachbarten Abtheilungen durch leere Räume sowie durch eine Schicht Kohlenasche getrennt. Alle einzelne Mauern sind unter einander und mit dem Mantel durch feuerfeste Bindesteine d verbunden. Sämtliche leere Räume stehen zwischen diesen Bindesteinen in freier Verbindung mit einander. Die Abtheilungen haben zwei luftdicht verschließbare Oeffnungen, eine oben zum Einfüllen der Steinkohlen, die andere unten zum Entladen des Kohks. Am unteren Theil der Seitenwände sind in den Fugen der Ziegelsteine Spalten e von 0,2 m. Breite und 0,55 W. Höhe gelassen, um den aus den Steinkohlen sich entwickelnden Gasen Abfluß zu verschaffen, sobald die Wände eine hinreichend hohe Temperatur erreicht haben. Wenn diese Gase durch die Spalten in die leeren Räume b. gelangen, so werden sie mittels der atmosphärischen Luft verbrannt, welche durch quadratische Löcher r von 0,½ m. Weite am Fuß der Seitenwände des Ofens einströmt. Dadurch entwickelt sich an den Wänden der Abtheilungen siothek Heidelberg I fläche in 24 Stunden die vol zen Steinkohlencharge bewii sind und in den leeren Räum so werden sie in Kanälen an Seiten der äußeren Ofenwä-Seite gehen s solche lothrech der leeren Räume aus, und Theil, also im ganzen 12 oberen Theile gehen wägrech um die Ansaugung in sämt! wirken. Jeder lothrechte Ka versehen, um den Zug zu res wärts gehenden Kanäle mi horizontalen Kanal i aus, u oben ausgehenden, in einen auslaufen, der von dem erstet festen Ziegelsteinen getrennt vereinigen sich beide horizon die sich noch 4 m. über dies und deren 3 obere Meter au bestehen. Der obere Theil nach in der Richtung ihrer L engt, so daß oben nur eine bleibt. Diese wird luftdicht verschlossen, der unten mit fe det und in der Mitte mit ein ist, mittels deren man eine auffangen und ableiten kan. den Ziegelsteinen, welche die die Abtheilungen nach untegang des garen Kohkskucher Theil der leeren Räume ist! steine mit Aufschüttung ve schlossen, um den Wärmever oberen Theil des Ofens eine Zum leichteren Ablaufen Schutz des oberen Theils dee mittleren Theil mit gußeiser bedeckt. Ueber jede Reihe vo-Schienenweg geführt, auf de prismatischen, unten trichter die Charge einer Abtheilung liner Scheffel) herbeiführen; pen, die sich nach außen hin! abtheilungen bilden gußeiser m angebracht sind; letztere 0,017 M. Dicke. Eine eisern Nagel in der Mitte dieses be auf 2 Leisten von ,½ m. D der kurzen Seiten der Thüre ihren beiden Enden in Anw. man die Thüren leicht versch des Scharniers, auf der laneinen quadratischen Theil Schlüssel paßt, der über das um etwa 0,% m. hervorsteht. man diesen Schlüssel und so sie sogar aufhalten, wenn di Um gehörig luftdichten Ver zu erlangen und diese gegen sowie um Wärmeverlust zu beweglichen Böden zuerst eit und auf diese wird erst die deshalb ist der untere Theil Höhe von 0,½½% m. über der werk ausgesetzt. Im Fundament des Of Seiten zur andern, laufen z wölbe die nöthige Oeffnung um die beweglichen Böden 5 welche bei der großen Heizober⸗ Ko (lständige Verkohkung der gan⸗ leer irkt. Wenn die Gase verbrannt nen ihre Wirkung gethan haben, igesaugt, welche in den langen inde angebracht sind. Auf jeder hte Kanäle g vom untern Theil 3 andere h von deren oberem Kanäle. Ihre unteren resp. ht entlang durch den Mantel, tlichen leeren Räumen zu bemal ist mit einem Register k guliren. Die 3 von unten aufünden in einen und denselben während die drei anderen, von ebenfalls horizontalen Kanalj ren durch eine Wand aus feuertist. Erst 1 m. über ihrer Sohle itale Kanäle in einer Zugessel, sen Vereinigungspunkt erhebt us gewöhalichen Ziegelsteinen der Abtheilung a ist nach und zänge durch Ueberkragung vere Oeffnung von 0, m. ins mit einem gußeisernen Deckel feuerfesten Ziegelsteinen bekleiter gußeisernen Röhre versehen en Theil der Steinkohlengase in. Auch unter den vortretene Kuppel bilden, erweitern sich n zu etwas, um den Niederus zu erleichtern. Der oberste durch Lagen feuerfester Ziegelon Schlacken oder Kies verrlust zu vermindern und dem gewisse Elastizität zu ertheilen. des Regenwassers und zum Ofens ist derselbe in seinem rnen, etwa 1 em. dicken Platten m Abtheilungen ist ein leichter em Wagen mit blechernen, oben förmigenKasten laufen, welche g, d. h. 1250 Kg. (etwa 25 Berihr Boden besteht aus 2 Klapöffnen. Den Boden der Ofenrne Platten, in denen Thüren offnen sich nach unten u. haben ne Stange, die sich um einen deweglichen Bodens dreht und dicke, welche die untere Kante e verstärken, gleitet, tritt mit ürfe oder Bügel, und so kann hließen und öffnen. Das Ende gen Seite des Ofens, endigt in „über welchen ein eiserner 6 üußere Gemäuer des Ofens t. Mittels eines Hebels kann mit alle Thüren bewegen und ie Kohlenlast auf ihnen liegt. schluß der beweglichen Böden n die große Hitze zu schützen, vermeiden, wirft man auf dit ine 0,3 m. starke Aschenschicht Kohlencharge gestürzt. Eben der leeren Räume bis zu einer Ebene der Sohle mit Mauerfens, von einer seiner kurzen zwei Gänge hindurch, deren Geunter jeder Abtheilung haben, ein öffnen oder verschließen und die Oef ikon, 4. Aufl. IB. der Abtheilungen tragen. Die Kanten dieser Gurte sind durch gußeiserne, 0,7 m. starke und 0,5½„ m, breite Bogen gesichert. Damit die Kohks nach dem Oeffnen der beweglichen Böden sämtlich in den Entleerungswagen fallen, sind unter den Widerlagern der Gewölbgurte geneigte gußeiserne Platten angebracht. Zwei andere kleine Gänge, welche die erwähnten rechtwinklig durchschneiden, gehen quer durch das ganze Ofengemäuer zu Erleichterung des Verkehrs. An den langen Ofenwänden sind außerhalb hölzerne, in den Figuren nicht dargestellte Gerüste angebracht, um zu den Registern und zu den Zug⸗ und Schaulöchern gelangen zu können. Diese Löcher können nach Belieben geöffnet oder geschlossen werden, je nachdem man die Wärmeentwickelung an gewissen Punkten befördern oder verzögern will. Endlich sind auch in dem äußeren Ofengemäuer Oeffnungen angebracht, durch welche man den Boden der leeren Räume und der Kanäle reinigen kann. Der Entleerungswagen besteht aus starkem Blech in Form eines Prismas von 2, m. Länge auf 1,½ m. Höhe und Breite. Am unteren Theil des Wagenkopfes befindet sich eine Thüre, welche ¼/ der Höhe einnimmt und sich nach außen öffnet, indem sie sich um ein horizontales Scharnier dreht. Die Wände sind mittels gebogener Bänder mit einander verbunden. Damit die Hitze der aus dem Ofen fallenden Kohks den Wagen nicht aus seiner Form bringt, ist es rathsam, auch an den Seitenwänden eiserne Bänder anzubringen und die 4oberen Kanten nach außen umzubiegen. Die Achse der Vorderräder liegt nur 0,% m. von der Mitte des Wagens entfernt, so daß man ihn leicht auf eine geneigte Ebene, welche die Kohks aufnimmt, mittels zweier hölzerner Hebel umstürzen kann, die man durch Bügel an dem hinteren Ende der langen Seiten des Wagens steckt. Zur Abkühlung der Kohks stürzt man meist sogleich den Wagen auf der geneigten Ebene aus und löscht die schnell ausgebreiteten Kohks mit Wasser ab. Sollen dieselben aber glänzen, so werden sie bis zu einem gewissen Grad etwa 3 Stunden lang im Wagen selbst abgekühlt, wobei man die atmosphärische Luft durch feuchte Kohlen oder Lösche, oder durch einen blechernen kastenförmigen Deckel von 0,—0,%½ m. Höhe, der eine Wasserschicht enthält, abhalten muß. Die zwischen dem Wagenrandu diesem Dettel bleibenden Fugen werden mit Lehm verstrichen, od. man gießt Wasser in rinnenförmige Fugen des Wagenkastens, in welche die Ränder des Deckels treten. Einen neu erbauten Ofen muß man erst austrocknen lassen. Zum eigentlichen Anfeuern sind 2—3 Tage erforderlich. Man beginnt dieses Anfeuern damit, 2 Stangen, mit doppelter Krümmung an ihren Enden, quer gegen die langen Seiten jeder Abtheilung u. möglichst nahe an deren kurze Seiten zu legen. Das eine Ende einer jeden der beiden Stangen liegt auf der offenen Thür und das andere in einem gegenüber in der Mauer unter dem gußeisernen Rahmen vorhandenen Loch. Auf diesen beiden Stangen richtet man einen Rost vor, dessen Stäbe blos auf ein Gestell gelegt werden, u. dessen obere Ebene etwas über den gußeisernen Rahmen (auf welchem die Mauern der Ofenabtheilungen ruhen) hervorsteht. Darauf wirft man durch die obere Oeffnung der Abtheilung Späne oder Stroh und darüber her Holz, und nachdem alle Abtheilungen so vorgerichtet worden sind, zündet man die Materialien sämtlich an. Sobald das Feuer mit hinreichender Lebhaftigkeit breunt, wirft man nach und nach Steinkohlen darauf. Die Abtheilungen wirken alsdann wie Zugessen; aber die Wände d erhitzen sich bald u. man kann die oberen Oeffnungen luftdicht verschließen, wenn man die Register und die Schau-f und Zugöffnungen zweckmäßig regulirt. Von Zeit zu Zeit d wirft man Steinkohlen nach, und das Innere des Ofens t erwärmt sich schnell genug durch die Verbrennung der durch die Spalten dringenden Gase. Sind die Wände so d stark erhitzt, daß sich die Gase aus den Steinkohlen entwickeln und in den leeren Räumen verbrennen können, so d nimmt man den Rost aus der ersten Abtheilung heraus, verschließt die Thür am Boden, stürzt Asche und dann die ganze Charge von 1250 kg. Steinkohlen darauf, wonach man die obere Oeffnung luftdicht verschließt; nach 2 Stunden führt man dieselbe Arbeit mit der zweiten Abtheilung aus u. s. f., bis nach Verlauf von 24 Stunden alle 12 Abtheilungen geladen sind. Nun, wo bereits die Verkohkung in der ersten Abtheilung beendigt ist, beginnt man die Entleerung. Bohle, f., frz. charbon, m., engl. coal, ital. carbone, lat. carbo, anthrax (Chem.), Der Kohlenstoff, frz. carboné, m., engl. Carbon, kommt häufig in der Natur vor, u. zwar rein bes. unter drei Formen: 1. als Diamant (s. d.); 2. als Graphit, Wasserblei, Reißblei; s. d. Art. Graphit; 3. als krystallinische oder amorphe Kohle, auch schlechthin K. genannt; sie entsteht, wenn organische Körper ganz ohne Luftzutritt erhitzt werden (Verkohlung), oder bei unzureichendem Luftzutritt verbrannt werden (Rußbildung). Durch Glühen von Ruß erhält man sie rein; sie wird vielfach verbraucht. In der Praxis kommt am meisten vor: Holzkohle, frz. Charbon de bois, engl. charcoal, fossile K., also Braunkohle und Steinkohle, weniger häufig aber Pflanzenkohle u. Thierkohle (animalische K.); s. dar. d. betr. Art. Steinkohle, wo auch Gagat, Fettkohle 2c. behandelt find, Braunkohle u. bituminöses Holz, Atramentum, Beleg, Birkenkohle, Reißkohle etc. Die enfärbenden und gasabsorbirenden Eigenschaften der K. werden benutzt, um die Luft zu reinigen, Feuchtigkeit von Dielen abzuhalten, faules Wafsser zu reinigen, s. Filter etc.; ferner wird die K. auch als Schmiermittel, Rostabhaltung, zu Schmelztiegeln, Bleistiften etc. benutzt.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 200Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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