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GeschichteBau-Lexikon 1881

Mine, K., frz. mine, f., engl. mine, lat. mina, 1. s. v. w. Bergwerk. — 2. (Kriegsb.) lat. enniculus, unterirdische Räume, die mit Pulver gefüllt sind. Als Angriffsmittel gebraucht man sie nur noch sellen, dagegen zur Vertheidigung; überhaupt dienen sie, um das darüber befindliche Erdreich mit Allem, was sich darauf beftndet, in die Luft zu sprengen. Schon die Römer kannten sie und führten sie bis unter die feindlichen Mauern, deren Grund sie in den Men absteiften. Durch Anzünden dieser Steifen stürzte man die Mauern. Dies Verfahren hatten sie thrakischen Bergpölkern entlehnt; durch ähnliche Gänge untergruben die Vertheidiger auch die Belagerungsmaschinen der Belagerer. Die erste mit Pulver geladene M. 1487 gegen das Schloß Serezanella in Italien schlug fehl. Die Angriffsminenarbeit beginntmit der Anlage des 1,% —1,% weiten Minenschachts oder Minenbrunnens, franz. purts, engl. shaft, von dem aus man die Gänge treibt. Die zur Vertheidigung bestimmten Contre⸗ od. Gegenminen haben zu ihrer Verbindung gemauerte Gallerien, Minengallerieu, srz. galerie, engl. gallery, vergl. auch d. Art. Festungsbaukunst. Die Hauptgallerien liegen theils hinter der Escarpe (galerie majeure, galerie d'escarpe), theils unter dem bedeckten Weg hinter der Contre-Escarpe (Magistralgallerie, galerie de contre-escarpe), theils endlich unter dem Glaeis (galerie d'enveloppe), oder noch weiter vor unter dem Fuß des Glacis (galerie commandante). Sie sind 80—90 em. weit, 1,% — 1,½% om. hoch, ganz ausgemauert und durch Kommunikationsgallerien verbunden. Am Eingang der Gallerien hinter den Contre-Escarpemauern liegen Minengewolbe, frz. earrefours, engl. oase, mit Kuppelgewölben bedeckte Räume zu Aufbewahrung der Minenhölzer und Besetzhölzer, Versammlung der Horchwachen etc. Aus den Gallerien gehen parallel mit den Kapitalen die Minengänge unter das freie Feld vor (80 —90 em. breit, % — 1,% m.. hoch); nicht durchgängig ausgemauert, an den Enden auch nicht; Seitengänge gehen von nicht gemauerten Stellen aus. Man hat Haupt-halbe u. Nebengänge, die von der galerie commandante weiter ins Feld vorgehenden heißen Horchgänge (Ecoutes). Aus ihrer Spitze gehen Minenzweige (rameauz) und aus diesen Minenäse (branches) ab. Die Aeste oder Strecken sind 80—90 Cm. breit und 1,½½ m. hoch und mit Minenhölzern (. d.) ausgesetzt (ausgeträmpelt). Die Gänge sind entweder wäg recht (söhlig) oder fallend. Ein ganzes System heißt Minengewehe, frz. araignée. Man unterscheidet: a) einfache Minen; b) Etageminen, d. s. solche, die sich zwei⸗ bis vierfach über einander befinden. 6) Flatterminen; diese wendet man mehr vor Feldschanzen als vor Festungen an. Sie werden nie tiefer unter den Fußboden gelegt als 2½—3 m. Man gräbt, um sie zu legen, 10 Schritte vor der Schanze ein Loch und bringt in dieses den Pulverkaften, führt dann bis ins Innere der Schanzen unter dem Erdboden die Leitrinnen und füllt die Gruben zu. Man legt die Flatterminen auch doppelt über einander, und zwar die unterfte 2, m., die obere aber 1, W. tief. IDELBERG O Universitätsbiblio 4) Dampf⸗ oder Quetschminen, frz. kourneau souscChargé, camouflet; schwach geladen, s. d. Art. Quetscher. (fe) Ueberladene Minen, franz. kourneau surchargé, engl. over-charged mine, erzeugen Druckkugeln und dienen zum Erdrücken feindlicher Min. k) Kleeblattgmin en, frz. m. tréflée, engl. triple m., erklärt sich selbst. ) Schachtminen 2, —3, m. tief, ebenfalls zur Zerstörung feindlicher M.n.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 398Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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