Glasmosaik, f., frz. mosarque de verre, engl. glassmosaics, pl. Man könnte hierher auch die Verglasung mit bunten Scheiben rechnen, was aber in der Regel nicht geschieht, vielmehr versteht man unter G. meist die durch Mörtel auf Wände etc. fixirte Mosaik aus Glasstiften, auch Stiftmalerei genannt. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß bereits die Aegypter G. gekannt haben, vermuthlich OELBERG O Universitatsbiblic aber gleich den Römern nur einzelne Farben, welche in Stein nicht herstellbar waren, in Würfeln aus Glasfluß darstellend. Nach Ciampini sollen die Römer es von den Persern erlernt haben. Pompeji u. andere Ruinen haben uns zahlreiche Beispiele römischer G.überliefert. Auch in den altchristlichen Basiliken wurde die Kunst angewendet. Um 356 wurde S. Constanza in Rom mit Mosaiks geziert, 432 S. Maria Maggiore, 440 die Paulskirche etc. Um 450 n. Chr. war die Steinmosaik an den Wänden schon fast ganz von der G. verdrängt, bes. seit Aufkommen der Vergoldung auf Glaswürfeln, die ja auch dem neuen Kunstzweig den Namen gab (opus musivum, musaicum), denn ursprünglich hieß dieses Vergolden Musiren, das dazu angewendete Gold musivisches Gold. Die meisten kunstgeschichtlichen Werke lehren: „Die Mosaikkunst wurde am meisten u. stetigsten in Byzanz gepflegt und kam durch byzantinische Künstler im 6. Jahrh. wieder nach Italien, und zwar zuerst nach Ravenna und Venedig“ — das ist aber nicht ganz wahr, wie obige Zahlen schon beweisen; bereits die von 440 in Rom zeigen byzantinischen Einfluß. Dieser war allerdings besonders wirksam in Ravenna, aber erst von etwa 539 an als direkter zu bezeichnen. Auch das Pausiren der Mosaikkunst vom 9. bis zum 12. Jahrh. ist keineswegs nachzuweisen; vielmehr kennen wir auch Mosaiken aus dieser Zeit. Im 11. Jahrh. glänzte bes. Venedig, welches bis ins 14. Jahrh. auch in dieser Technik von Byzanz abhängig blieb. Im allgemeinen folgte der Stil der G. natürlich den Baustilen. Gepflegt wurde sie bes. in der romanischen Periode von den italienischen Künstlern; nur vereinzelte Beispiele kamen in Deutschland, Frankreich, Irland vor. Die Islamiten wendeten G. gern und reichlich an; von ihnen schienen die Normannen sie gelernt zu haben. Sie verpflanzten diese Verzierungstechnik nach dem Norden. In der gothischen Periode tritt sie in Italien ungemein häufig, in Spanien ebenfalls ziemlich häufig, im Norden sporadisch auf; so besonders in der Normandie, in England, in Böhmen etc. In der Renaissancezeit wird sie fast nur zu Kleinwerken angewendet. Neuerdings ist sie bes. von Dr. Antonio Salviati aus Venedig nach Deutschland, speziell nach Berlin, verpflanzt worden, der sowohl an Wänden befestigte, als transportable Tafeln liefert und unter anderen die Mosaiks im Aachener Münster restaurirte. Ueber die Technik s. noch d. Art. Mosaik, Doublet etc.