Paptierkohle, f., franz. honille k. papyracée, engl. paper-COal, f. v. w. Blätterkohle; s. Braunkohle. Papiermaulbeerbaum, m., frz morus papyrifera, in Südostasien heimisch, giebt in seinem Bast ein Surrogat für Linnen u. Papier. Papiermühle, Papierfabrik, K. frz. papeterie, f., mou-Iin m. à papier, engl. paper-mill. In ihr werden Lumpen durch Wasser-oder Dampfkraft zerpocht und daraus Papier oder Pappe verfertigt. Zuerst geschieht das Sortiren auf dem Haderboden, dann das Reinigen oder Ausstäuben der Lumpen re. auf der Ausstäubemaschine, einem 2—2½ m. langen, 55—60 m. weiten, mit Drahtgitter überzogenen Trilling, durch Umdrehung desselben u. Anschlagen von Daumen an die in der Walze befindlichen federnden Hölzer; die feinen Hadern werden auch noch gewaschen und gebleicht. Dann werden sie in kleine Stücke zerschnitten, und zwar auf dem Lumpenschneider oder der Haderlade, ähnlich einer Häckselbank. Dann bringt man die Lumpen in die Faulbutte, wo sie ?ꝰ —8 Tage im Wasser liegen; hierauf folgt das Zerklopfen der Lumpen auf einem Stampfwerk, dem Geschirr; es fallen vier große, hölzerne, hammerförmige Stampfen in je eines der 5—6 mit VBisen gefütterten Löcher des Löcherbaums. Auf der Unterfläche jeder Stampfe befinden sich 3 eiserne Stampfkeile. Die Schwingen oder Helme diefer Stampfhämmer werden gehoben durch die Daumen einer Daumenwelle, und drehen sich zwischen 2 Säulen, den Hinterständern, Hinterstauden, Hintereinnehmern. In den Löcherbaum fließt durch eine durchlöcherte Scheibe (Kos) Wasser ein und durch eine ähnliche (Scheibe) ab. vor der ein Härsieb befestigt ist. Sind die Lumpen ungefähr 20 Stunden lang gestampft, so werden fie mit dem Leerbecher in das Leerfaß geschöpft u. mit diesem unter dem Namen halber Zeug in das Fäulungsgewölbe gebracht. Hier werden sie in den ca. 1½% m. hohen Zeugrahmen geschüttet und mit den Zeugpritschen festgeschlagen, dann der Rahmen weggehoben. Soll der halbe Zeug lange aufgehoben werden, so verzögert man die Gährung durch Kalk. Um ihn fein zu machen, wird er entweder noch einmal gestampft oder in den Holländer (s. Fig. 2755) gebracht. Dieser besteht zunüchst aus einer gußeisernen Walze S, 45—60 em. im Burchmesser, der Länge nach in Zwischenräumen von 2½ em., mit 48 ehenso breiten mesfingenen Schienen (Messern)a besetzt (Schienenwalze); unter ihr ist ein etwas ausgehöhlter Klotz, ber Kropf g. mit eben solchen Schienen besetzt und mit einer gekerbten katte belegt. Der Holländer liegt in einer vvalen Butte BB, in die der halbe Zeug geschüttet wird u. in die immer Wasser zufließt, u. ist behufs Verhütung des Verspritzens miteiner hölzernen Haube bedeckt. Der halbe Zeug wird der Schienenwalze und darauf dem Stofftreiber E zugeführt. Durch die Umdrehung der Schienenwalze werden die Lumpen in Zeit von drei Stunden vollends zerrissen, dann als ganzer Zeug in den Zeugkasten geschlagen, etwas getrocknet, dann in dem Rechenkasten wieder aufgelöst u. durch den an einer Rührstange befestigten Rechen zu einer breiartigen Masse gemacht. Diese fließt in die Werkbutte, Schöpfbutte. Aus dieser werden entweder die Bogen (Handpapier, geschöpftes Papier) in Formen mit Drahtboden od. dichtem Siebboden geschöpft, od. es fließt die Masse auf die Hapier. maschine, die sie in Gestalt von Maschinenpapier, Ellenpapier verläßt. Fig. 2756 stellt eine solche Papiermaschine mit gerader Form und Schüttelvorrichtung dar. Der erste Theil A, welcher aus drei Gängen A, besteht, dient dazu, den schweren Theilen im Zeug (Sand etc.) Gelegenheit zum Absetzen zu geben, und bildet den „Sandfang“, dem sowohl Papierzeug aus dem höher gelegenen Zeugreservoir als auch Wasser zur gehörigen Verdünnung des Zeuges zuläuft. Rachdem dieses alle drei Gänge passirt, gelangt es in den Kasten a, um aus diesem in den Theil B (Knotenfänger) der Maschine zu treten, in dem sich drei Siebe 3., 22 und as befinden, durch welche der Zeug geht, um alle dickeren Gegenstände (zusammengeballte Fasern, sogen. Knoten, Schleifen, Garnreste etc.) zurückzulassen. Darauf fließt er auf ein langes Sieb 8, welches zwischen den Walzen 1, 2, 3, 4 1. genau horizontal getragen und von verschiedenen Walzen r, h, r geführt und gespannt wird. Dieses Sieb (Form genannt) bewegt sich ununterbrochen von links nach rechts und gleichzeitig mit ihm zwei bei Oliegende, gehörig durch die Walzen r gespannte Riemen, welche das Ablaufen des Zeuges nach der Seite hin verhindern (Deckelriemen). Unter der Form liegt der flache Kasten e zum Auffangen u. Ablassen des Wassers. Zugleich wird der unter Oliegende Theil der Form mittels der Tragrahmen auf den Srützen hgehalten, die durch seitwärts angebrachte Excenter um die unteren Drehbolzen in Schwingungen versetzt werden, um die Form zu schütteln (daher diese Maschine Schüttelmaschine heißt). Unter der Stelle D läuft die Form über zwei Kästen e u. ² (Saugkästen), aus welchen mittels der Heber i und i die Luft gusgesogen wird, um hierdurch das Wasser in dem Mäße durch Saugen aus dem P. zu entfernen, daß letzteres so viel Konsistenz bekommt, um ohne Beschädigung durch die mit Filz überzogene Walze L (Gautschwalze) von dem Siebe abgenommen und über die Walzet bei k auf das Tuch ohne Ende M übertragen werden zu können. Mit diesom filzähnlichen Tuch (Naßfilz) geht es durch die erste Walzenpresse E, welche Naßpresse heißt und durch einen starten Druckauf das Papier dasselbe auspreßt. Auf diese erste folgt eine zweite Naßpresse bei Nin dem Gestell F, dem das Papier dadurch übergeben wird, daß es von dem Filztuch M. auf das Filztuch Ma gelangt, welches letztere durch die Spannrolle 1 vermittels der Schraube 1. so angezogen und geleitet wird, daß das Papier mit der andern Seite sich an die Walze legt. Nunmehr ist es so weit entwässert, daß es der sogen. Trockenpartie der Maschine zunächst bei G zugeführt werden kann. Diese Trockenpartie besteht aus den hohlen mit Dampf geheizten Trommeln I,L2, I.,I, um welche das Papier Mherumgeführt wird, stets noch der nothwendigen Unterstt wegen von einem Tuch g. g begleitet, welches fortwe Feuchtigkeit aufnimmt und daher außer über die S walzen auch noch zum Zwecke des Trocknens über ei sondere Trockentrommel T, geht. In ähnlicher Wei dem Tuch ohne Ende g geleitet, tritt das Papier, u nunmehr auch das Tuch verläßt, in die Preßpartie J, d. h.es passirt nun die zwei Trockenpressen kund ki, welche die Beseitigung aller Ri u. Fältchen, also eine vollständige Glättung bewirken die Ränder des Papiers nie vollständig scharf werdt dient endlich der aus runden Schneidscheiben si u. stehende Beschneidapparat zum Abschneiden des une Randes, worauf dann endlich das Papier auf den HEIOELBERG O Universite aufgewickelt wird, der mit einem Reservehaspel von M. drehbaren Armen getragen wird, so daß es ist, ohne Zeitverlust den vollen Haspel gegen den auszutauschen. — Endlich sei noch erwähnt, daß Naßpartie ein Wasserrohr Re liegt, welches unter einem gewissen Drucke zuführt, das alle mit der Papiermasse in Berührung kommenden Theile stets rein spritzt, und daß unter der Trockenpartie das Dampfrohr Rd angebracht ist, um den Dampf den Trockentrommeln zuzuführen. Das Handpapier ist solider, aber gleichmäßiger u. schneller ist die Fabrikation des Papiers ohne Ende. Man trocknet es zugleich durch die Dampfmaschine, welche den Apparat bewegt. Da bei der ganzen Fabrikation ungemein viel Wasser verbraucht wird, sollte man beim Bau von Papierfabriken zu Fußböden und Wänden nirgends Holz verwenden.