FeedPappdach
PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Pappdach, n., s. Dachdeckung u. Steinpappe. Als Bezugsquelle ist noch Haurwitz u. Co. in Berlin, Stettin, Danzig zu nennen, deren Doppelpappdach bes. zu empfehlen ist. golle, k. (Bot.), frz peuplier, m. engl poplar, pioppo, span. choppo, lat. populus (Fam. Kätzchen1. Weiße P. (Populus alba I.), auch Albe, gen., engl. able, aps. Das Holz ist zähe, feinweich, leicht u. gleichspaltig, weiß, im Alter braun, dauerhaft, gut polirbar, es wirft sich nicht und reißt auch nicht auf. Die Wurzel ist braungeflammt und gemasert. — 2. Italienische P. (P. dilatata L.). Das Holz ähnelt dem der Linde, ist sehr biegsam, hat weichere und feinere Fibern als das der Schwarzpappel; es ist sehr schwer glatt zubearbeiten, da die Oberfläche immer faserig bleibt, auch durch Eindringen von Feuchtigkeit rauh wird. Sie erreicht im 25. bis 30. Jahre eine Höhe von 18 m., eine Stärke des Schaftes von 80 90 em., wächst am besten in feuchtem Boden und ist im Trocknen, wenn sie auf dem Stamm geschält wird, zu Bauholz brauchbar; da das Holz sehr schöne, atlasartig schillernde graue Farbe und schöne Faserzeichnung hat, ist es zu Boiseriearbeiten gut verwendbar, zu Möbeln aber ist es nicht fest genug. 3. Schwarze P. (P.nigra L.), auch Pappelweide gen., hat weiches, etwas schwammiges u wenig dauerhaftes, aber bei sorgfältiger Hobelung wegen der Schönheit seiner Farbe gleich dem vorigen für Boiserie sehr schätzbares Holz; dieses ist zäh, unter dem Hobel fasert es leicht, wirft sich wenig und reißt nicht leicht. Holz, welches lange in der Erde gelegen, bekommteine grüne Farbe, gewinnt, auf dem Stamm geschält, an Festigkeit und läßt Fig· 2757 sich dann gut poliren. Gegen 23den Kern hin ist es braun und grau geflammt. Die Masern der Wurzeln sind gewellt u. geflammt. — 4. Zitterpappel (P. tremula L.), auch Aspe, Espe, hier u. da Krummkiefer etc. gen., ist etwas härter als Wasserlinde, zäher als Birke u. Linde. Das weiche, glatte, leichte, sehy geradspaltige Holz hat kleine 105 Spiegelfasern, dicke Jahresringe und ein dichtes, gleichförmiges Gefüge, ist weiß, mitunter mehr gelblichinsBraune spielend und mit geflammten Adern geziert. Man kann die Wurzeln, die mit schönen Masern versehen sind, durch Auflösung einer mit Scheidewasser bewirkten Eisenlösung schön färben. — 5. Silberpappel (P. nivea L.), wächst sehr schnell, hat lockeres, schön bliulichgraues Holz. — 6. Balsam⸗ Fig. 2759. Parabel. pappel (P. balsamifera L.), ist als Nutzholz verwendbar. — 7. Lorberblätterige P. (P. Iaurifolia), am Altai häufig; aus ihrem starken Stamm macht man am Irtysch durch Aushöhlen Kähne. Man weitet den ausgehöhlten Stamm, also das Splintholz, durch Spreizen aus, solange es noch frisch ist, und giebt dem Kahn dadurch mehr Breite; der Preis eines solchen Kahnes ist etwa 70 Rubel. — 8. Gelbe P., s. Sida.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 498Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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