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TechnikBau-Lexikon 1881

Photogen, n., franz. photogene, m., engl. photogen (Chem.), Destillationsprodukt der Braunkohlen. Flüchtiger, sehr kohlenstoffreicher Körper, welcher große Leuchtkraft besitzt, wenn es in gut konstruirten Lampen gebrannt wird. In gereinigtem Zustand muß es wasserhell sein u. wenig riechen; es vermag gleich dem Benzin Fette, Harze ae. zu lösen; ganz ähnlich ist das Kamphin; s. d. Art. Braunkohle, Licht. Phstograppie und Phololithochromie, k. Ueber Aufhängung der Pin s. d. Art. Bild. Ueber Anwendung der P. zum Aetzen auf Steine etc. s. d. Art. Lichtbild u. heliographische Gravirung. Neuerdings wird die P. auch vielfach zum Kopiren von Zeichnungen etc. benutzt, und giebt es Apparate hierzu, sowie zur Aufnahme nach der Natur, welche so eingerichtet sind, daß auch ein Dilettant, also auch der Architekt selbst, damit arbeiten kann; eine Bezugsquelle für solche Apparate ist Max Fritz in Görlitz; ermöglicht ist die Einrichtung dadurch, daß Gelatine-Trockenplatten in dem betr. Apparat zur Anwendung kommen. Näheres gehört natürlich nicht hierher. Phstograpthenateliers sollen sehr hell sein, aber vor ledem Sonnenlicht geschützt werden können; man giebt dem Aufnahmeraum meist eine nach Norden gekehrte Glaswand und ein Glasdach, äußerlich mit Schutzmatten, od. dergl. in ähnlicher Weise wie ein Gewächshaus, innerlich mit blauen Zugvorhängen versehen. Eine Dunkelkammer so- wie noch ein weiterer Arbeitsraum darf natürlich nicht fehlen. Näheres bes. auch für Anlagen von Photolithographiewerhfläkten (Lichtdruckateliers) wird am besten durch Spezialprogramm vorgeschrieben. mster, Lichtmesser, Instrument zu Vergleichung der Intensitäten verschiedener Lichtquellen. Die Einrichtung der meisten P. gründet sich auf den Satz, daß die Intensität der Erleuchtung in demselben Verhältnis abnimmt, in welchem das Quadrat der Entfernung wächst. Genaue Messung der Lichtstärke hat große Schwierigkeiten, die in mangelnder Befähigung des menschlichen Auges beruhen. — I. Der KRumfordsche B. beruht auf der Vergleichung der Schatten, welche zwei gleiche, von den Lichtquellen beleuchtete, undurchsichtige Körper auf einer Wand erzeug en. In Fig. 2861 4 sei ab eine weiße Wand, M und zwei horizontale, mit Theilung versehene Arme, welche um eine in jener Wand liegende vertikale Achse drehbar sind. „Auf denselben sind zwei mit Ronien versehene Schlitten verschiebbar, welche die zu vergleichenden Lichtquellen tragen: mu. u sind zwei auf den horizontalen Armen an⸗ „gebrachte, gleichstarke Cylinder. Die Arme werden so gestellt, daß beide mit der Wand gleiche Winkel bilden; der Beobachter begiebt sich zwischen beide und verschiebt nun den einen Schlitten so lange, bis die beiden Schatten der Stäbchen mun auf der Wand gleichdunkel sind. Dann verhalten sich die Intensitäten beider Lichtquellen so, wie tdie Quadrate ihrer Entfernungen von der Wand. — 2. Der Bunsensche P. (Fig. 2860 P). Ein mit Stearinsäure getränktes Stück Papier, in dessen Mitte ein kleiner, nicht getränkter Fleck freigelassen worden ist, verschließt das äußere Ende des Rohres d an dem innen geschwärzten Photometerkasten o, der eine möglichst konstanteLichtquelle, . B. eine Argandsche Lampe, enthält und sich auf einer eingetheilten Rinne a b verschieben läßt. Wird die zu prüsende Lichtquelle zunächst gänzlich entfernt, so erscheint der Fleck auf dem von innen beleuchteten Papier schwarz auf weißem Grund; wird dagegen die zu prüfende Lichtquelle genähert, so erhellt sich der dunkle Fleck immer mehr, bis endlich beim Gleichgewicht beide Theile des Papiers gleichhell erscheinen, und nähert man noch weiter, so erscheint der Fleck in der Mitte weiß auf dunklem Grund. Das Verhältnis beider Lichtquellen ist gleich dem Verhältnis der Quadrate ihrer Entfernungen vom Papier beim Verschwinden des Flecks. — 3. Der P. von Ritchie besteht aus einem Kasten, der beiderseits offen und innen geschwärzt ist (Fig. 2860 CO). In ihm befinden sich zwei gegen die obere Wand unter 45e geneigte ebene Papierflächen; über diesen ist eine Oeffnung angebracht, in welcher sich eine GKonvexlinse befindet. Bei der Anwendung stellt man jede der Lichtquellen einer der Papierflächen gegenüber und ändert die Abstände von diesen so lange, bis beide Flächen, durch die Linse betrachtet, gleichhell erscheinen. Auch hier verhalten sich die Intensitäten der Lichtquellen wie die Quadrate ihrer Abstände von den beleuchteten Flächen.— 4. Außer den angeführten Pin hat man noch eine große Zahl andere, wie den von Osann, von Steinheil, von Plateau und den sehr genauen von Zöllner. Kloster. uhrygische Baudenkmale, n. PI. Die Phrygier, vermuthlich den thrakischen Brygen entstammend, ließen sich zuerst in der Gegend von Nikäg am Sangarios nieder, breiteten sich nach Süden aus u. besaßen zuletzt das ganze Gebiet zwischen Paphlagonien, Kappadokien, Lykien und dem Taurusgebirge. — Sie wohnten gern in Höhlen und höhlten ganze Städte in Felsen aus; von diesen wie von ihren anderen Städten, z. B. Kelänä an der Mäanderquelle, Kolossä (jetzt Chonas), Kydrera, Doryläon (jetzt Eski Schehr), Kotyäon (jetzt Kutahiya), ist nicht viel mehr als der Name u. einige Felslöcher erhalten. Da sie schon längst griechischem Einfluß hingegeben waren, ehe sie ihre Selb ständigkeit durch Krösos einbüßten, so find die wenigen Reste ihrer Kunst jedenfalls von sehr hohem Alter, etwa 700 v. Chr. — Die überwiegend meisten derselben haben sehr einfache Anordung, indem eine glattgearbeitete Felsenfront, eine nach oben ziem lich stark verjüngte Thüröffnung U eine schlichte Gesimsstufe enthaltend, durch einen flachen Giebel abgeschlossen ist. Andere bei Nakoleig zeigen gleich den lykischen Reminiscenzen eines nicht voll entwickelten Holzbanes, so daß sie als Bretzusammenstellungen erscheinen. Die merkwürdigsten sind die bei Dogan-lu, unter denen das älteste u. größte das sog. Grab des Midas ist, s. Fig. 2861, welches unter den Umwohnern Pasili-Haia, der beschriebene Stein, heißt. — An zwei anderen Gräbern derselben Gegend ist das Gerüste bestimmter ausgeprägt, das Teppichmuster aber weggelassen, dafür aber Unter dem Giebel ein Fries mit hängenden Palmetten angebracht. Bei Hapul-dak stehen spätere Grabfronten mit Reliefs im Giebel: eine phallische Säule auf einer protoattischen Base und zwei Pferde; bei Gombet-li steht eine, die dem Grab des Midas sehr ähnelt und eine andere, das Grab des Solon, welche im Fries zwei Löwen, am Giebel protohellenische Formen zeigt; s. d. Art. lykische Bauwerke.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 544Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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