Rauchnerbrennung, Rauchverzehrung, k., franz. kumivorité, f., engl.smoke-burning. Ueber den Nutzen desselben f. d. Art. Rauch, Heizung IV., Brennstoffe etc. Bei den rauchverzehrenden Oefen wird aller aus dem Feuer aufsteigende Rauch wieder zurückgeleitet, so daß er vom Feuer verzehrt wird. Es darf daher nie mehr Brennmaterial da sein, als soweit der dadurchentstehende Rauch vom Feuer verzehrt werden kann. Jeder Herd muß mit einem Luftzug versehen werden, der stark genug ist, um den Wind, der etwa dem Zug entgegenwirkt, vollkommen zu überwinden. Daraus sieht man, daß dergl. Oefen nur da anzuwenden sind, wo fortwährende Beaufsichtigung des Feuers möglich ist. Alle rauchverzehrende Oefen zerfallen in drei Arten: 1. Oefen, welche die Entstehung des Rauches von vornherein verhüten, bes. durch verbesserte Schürmethoden, die zwar durch die Sorgsalt eines geschickten Heizers auch ersetzt werden können; doch ist es noch sicherer, wenn durch eine mechanische Vorrichtung das Aufgeben der Kohlen ganz unabhängig vom Heizer bewirkt wird. Die zerkleinte Kohle wird z. B. durch eine Centrifugalvorrichtung so auf die Feuerung geschleudert, daß nie mehr Brennstoff vorhanden ist, als durch den Luftstrom verbrannt werden kann; da jedoch eine Triebkraft da sein muß, um die centrifugale Bewegung hervorzubringen, so ist diese Einrichtung nicht überall anwendbar, auch nicht so dauerhaft wie unbewegliche. Bei den unbeweglichen Aufbringern sucht man die neu aufzuschüttenden Kohlen vor die glühenden zu schütten, so daß die sich entwickelnden Gase durch die Glühhitze hindurchströmen und hier verbrennen müffen. Wenn man die frischen nicht auf, sondern unter die bereits brennenden bringen könnte, dann würden die Gase allerdings sehr bald zersetzt, allein diese Einrichtung ist zur praktischen Ausführung wenig geeignet. —2. Oefen, welche die Verzehrung des durch mangelhafte Verbrennung entstandenen Rauches nachträglich durch einen in die Feuerungsgase eingeführten Luftstrom bewirken. Nach dem Patent von Garland und Glasson (Dinglers polyt. Journ. Bd. 137, S. 244) wird die Zuführung der Luft durch Kanäle bewirkt, welche sich in den hohlen Roststäben befinden und, am hintersten Ende aufwärts gehend, eine Feuerbrücke bilden, aus welcher der Luftstrom in die Feuergase tritt. Verfasser dieses hat im Jahr 1853 einen rauchverzehrenden Füllofen konstruirt (Fig. 2925), welcher sich bis jetzt gut bewährt hat. Der etwa 7 m. hohe Füllungskanalittheiltsichunten inzwei Arme, durch welche sich das gekleinte Brennmaterial gleichmäßig auf zwei Roste a und b ausschüttet, die unter einander durch zwei besondere Kanäle in Verhindung stehen, von denen der eine x über a beginnt und unter b endet, der andere über b beginnt und unter a endet; eine Ventilvorrichtung ist so angebracht, daß, wenn der eine Kanal offen, der andere verschlossen ist. Durch denselben Drehling, dessen Bewegung dies bewirkt, wird zugleich der Luftzutritt unter den Rosten regulirt, derart, daß, wenn der ersterwähnte Kanal voffen ist, Luft unter a bei o zugeführt wird unter b bei d hingegen nicht, wohl aber über b bei e, und zwar solche, welche bereits in dem Raum Kerwärmt ist. Bei diesem Stand der Ventile brennt das Feuer bei a lebhaft, die etwa nicht vollständig verbrannten Theile des Brennmaterials gehen durch den Kanal und durch b hindurch in das hier nur langsam brennende Feuer, u. werden hier durch die bei e aus eintretende warme Luft vollständig verbrannt. Ist das Feuer auf b so schwach geworden, daß es diese Funktion nicht mehr erfüllen kann, was der Heizer an dem Ausströmen eines kleinen Rauchwölkchens aus der Röhre gbemerkt, so wird durch Bewegung des Drehlings mit einem Male 6, e und geschlossen, b, d u. 2 geöffnet. Das Feuer über b brennt lebhaft und sendet seinen Rauch zur Weiterverbrennung nach a. Die beiden Roste waren anfangs kreisförmig, da aber die Brennmaterialien Neigung zeigten, bis in das Füllrohr hinein sich zu entzünden, so wurde der Theil t der Roste mit Blech belegt, so daß sie jetzt halbmondförmig sind. — 3. Oefon, welche beide Funktionen vereinigen. Dies ist durch Kombination der erwähnten Konstruktionsweisen zu erreichen. — In neuester Zeit sind die manchfachsten Versuche zu R.gemacht worden, u. ist dadurch eine spezielle Literatur hierüber entstanden, auf die wir verweisen müssen.