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AllerleiBau-Lexikon 1881

Schellam, Blattlach, Schalenlack, Tafellack, m., frz. Iaque f. Plate, en écailles, engl.shell-lack, eine Art des Gummilacks (s. d. 4), bereitetman aus Stocklack vom Götzenbaum (s. d.), welchem man die Farbetheile durch Auskochen entzogen hat, durch Schmelzen über Kohlenfeuer, u. preßt ihn dann durch einen leinenen Beutel. Man formt ihn entweder durch Gießen in Formen, solange er warm ist, od. durch Pressen zwischen Marmorplatten in mehr oder weniger dunkelbraune, halbdurchsichtige dünne Tafeln. Er ist leicht lösbar in Alkohol, nicht in Wasser, wird benutzt zu Bereitung des Siegellacks und verschiedener Lackfirnisse, auch als Kitt für Steingut, Serpentin etc., sowie, dick in Weingeist gelöst, als Politur und Holzkitt. Man streicht die Lösung auf die Fugen, legt ein Stück Flor dazwischen u. preßt die Holzstücke kräftig zusammen; besonders guten Halt erreicht man dabei, wenn man die Fugen erst mit Leinöl tränkt. Der käufliche S. wird häufig mit billigen Harzen, bes. mit Kolophonium re., verfälscht. Um solche Verfälschungen nachzuweisen, koche man den S. in Boraxlösung (10 Th. S. zu 5 Th. Borax mit 100 Th. Wasser). Es entsteht eine opalisirende Flüssigkeit; betragen die auf dem Boden sich ausscheidenden Unreinigkeiten u. kautschukähnliche Substanzen nach dem Trocknen über 2/, so ist die Sorte schlecht; erscheint die Flüssigkeit nach der Abkochung milchig trübe und scheidet Flocken aus, so ist auf Verfälschung mit fremden Harzen zu schließen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 120Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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