Chipolin, n., franz. chipolin, m., porzellanähnlich erscheinender Anstrich auf Holz, bes. auf Schnitzwerk mit überfirnißter Wasserfarbe; dazu gehören 7 Hauptverrichtungen: 1) Zunächst ist das Holz mit Leim zu tränken. 2) Man läßt 3 Köpfe Knoblauch, 1Hand Wermuthblätter in 1½ J. Wasser bis auf 1 J. einkochen, filtrirt es, mischt ½ Hand voll Salz u. /. Essig darunter u läßt nochmals kochen; miteinem kurzen Pinsel trägt man die Masse dünn und glatt auf. 3) Zu 1 l. Pergamentleim gießt man ½ J. Wasser, wärmt es am Feuer und läßt ein par Hände voll Spanischweiß darin zergehen; hiermit giebt man dem Holz einen heißen Anstrich, den man, so oftes nöthig scheint, wiederholt. 4) Man bereitet kleine Stäbe aus Holz und Bimsstein, die man auf Ziegelplatten zuspitzt, seuchtet das nach 3 grundirte Schnitzwerk mit einem Pinsel mit ganz kaltem Wasser an, glättet es mit den Stäben u. dem Bimsstein, wäscht hinterher mit einem Pinsel ab u. putzt danach noch das Schnitzwerk etc. mit einem Eisen aus. 5) Der der gewünschten Färbung entsprechende Farbstoff wird mit gutem Pergamentleim abgerührt, filtrirt und zweimal aufgetragen. 6) Man bereitet einen hellen,s chwachen Leim, filtrirt ihn und streicht ihn mit flüchtiger Hand zur Fixirung der Farbe gleichmäßig auf. 7) Hierauf überzieht man den Anstrich zwei- bis dreimal mit Lackfirniß oder Weingeistfirniß. Alles muß in einem sehr warmen Raum geschehen.