Schwefelsüurefabrik, k. Aus die Details der Fabrikation können wir begreiflich hier nur insoweit eingehen, als dieselben Einfluß auf die Anlage der Fabrikationslokale u. Apparate haben. 1. Bei Fabrikation der Nordhäuser Schwefelsäure dienen als Rohmaterial die Abgänge, die als Mutterlauge bei Krystallisation des Vitriols bleiben. Durch Eindampfen derselben in Pfannen erhält man den Vitriolstein, den man in Thonretorten in einem Galerenofen destillirt, d. h. in einem langen liegendie Nebel der wasserfreien Säure zum Vorschein; nun werden die Vorlagen angekittet, welche ein wenig Wasser enthalten. — 2. Bei Fabrikation derenglischen Schwefelsäure wird zuerst durch Verbrennen des Schwefels schweflige Säure erzeugt, und dazu noch weiterer Sauerstoff durch Hinzubringen von Salpetersäure gefügt. Früher, bei Erfindung der Methode durch Ward, wurde zu diesem Zweck mit dem Schwefel zugleich Salpeter verbrannt, worauf man die Dämpfe in Glasballons mit etwas Wasser leitete, bis Roebuck diese Ballons durch Bleikammern ersetzte. Darauf müssen die Salpetergase wiedergewonnen und endlich die erhaltenen Säuren konzentrirt werden. Die Bleikammern A (Fig. 3150) stehen nicht auf, sondern hängen frei über ihrem mit Rädern versehenen Boden. Den Verschluß bildet die gleich anfangs hineingegoffene sehr schwache Schwefelsäure; DE ist der Schwefelofen, in welchem der Schwefel auf anfänglich von unten erhitzten eisernen Platten brennt und zugleich den Dampfkessel mit heizt. In diesem Ofen wird Luft in Ueberschuß zugelassen; so gelangt schweflige Säure u. Luft zugleich in den Raum F, der Dampfkessel sendet seine Wasserdämpfe durch Röhren in die verschiedenen Räume, zuerst oben links in A, wo dieselben die in Faufgestiegene schweflige Säure mit sich in die Kammer &hineinreißt. In der zweiten Kammer befindet sich die Salpetersäure auf dem Vertheilungssapparat a, welche einen Theil ihres Sauerstoffs an die kaufgetrieben wird, um auf die Staffeln in Fherabzuträufeln, wo sie durch den Wasserdampf aus einer kleinen Dampfröhre verdünnt wird und die salpetrigen Dämpfe an die eintretende Säure abgiebt. — 3. Hier und da wird der Schwefelkies auf Schwefelsäure bearbeitet, indem man ihn in dem Fig. 3151 dargestellten Ofen, anfangs mit Kohks, später für sich allein verbrennt. Die oberen Seitenöffnungen as dienen zum Nachfüllen des Kieses, die unteren bb zu Regulirung des Luftzutritts. Der Mittelkanal leitet die aufsteigende schweflige Säure in die Bleikammern; in diesem Mittelkanal steht eine Pfanne mit Salpeter, der Schwefelsäure beigemischt ist. Die in den Bleikammern erzeugte Säure, Kammersäure, sammelt sich im Bodenkasten der Hauptkammer O (Fig. 3150) an, welcher Schwefelsäurehydrat, n., konzentrirte Schwefelsäure; 1s. d. Art. Hydrat und Schwefel. schwefelsaure Verbindungen werden in der Bautechnik häufig gebraucht, doch führen wir blos einige hier an: J. schwefelsaure Thonerde; s. d. Art. Alaun; 2. schwefeltsaure Kalitalkerde etc.; s. alkalische Tinktur; 3. schwefelsaures Calciumoxyd; s. d. Art. Gips; 4. schwefelsaures Baryt, Schwerspat; s. d. Art. Baryt; 5. schwefelsaures Eisenoxyd; s. d. Art. Eisenoxydu. Eisenvitriol; 7. schwefelsaures Kobaltoxyd: a) neutrales —roth, b) basisches — fleischfarben; 8.schwefelsaures Kupferoxyd; s.v. w. Kupfervitriol (s. d.) 9. schwefelsaures Natron, s. d. Art. Glaubersalz; 10. schwefelsaures Quecksilberoxyd; v. w. weißer Zinnober; 11. schwefelsaures Zinkoxyd; s. d. Art. Zinkvitxiol; 12. schwefelsaures Kali; s. d. Art. Kali u. Alkalien; 13.doppelt schwefelsaures Kali; s. d. betr. Art.; 14. schwefelsaure Magnesia; s. d. Art. Bittersalz.