Mauerfraß, m. Da, wo Pflanzen⸗ und Thierstoffe bei Gegenwart starker Basen, wie Kalk u. dgl., verwesen, wird Salpetersäure erzeugt, welche sich mit Kalk 3 salpetersaurem Kalk, Kalksalpeter, verbindet. An der Luft wird er schnell feucht und fließt; daher muß man den Kalkstein von Kloaken, Düngergruben und Abtritten fern halten, denn der unter diesen Verhältnissen darauf erzeugte Kalksalpeter zerfließt schon in der Luftfeuchtigkeit u. stellt dann einen schmutzigweißen, schmierigen NUeberzug dar, der, stets zerfließend, immer weiter um sich greift, den Abputz Dapeten und andere Verkleidungen der Mauerfläche, nach u. nach diese selbst zerstört und kalte, dumpfige u. ungesunde Ausdünstungen in geschlossenen Räumen unterhält. Doch scheint es, als seien solcher Zerstörung durch Salpetersäure vorzüglich nur die mergeligen Steine unterworfen, welche die Feuchtigkeit und mit dieser die Säure ins Innere einsaugen. Es giebt auch Kalksteine, welche unter diefen Umständen sich sehr gut erhalten. Mittel zur Vertreibung des M.es: 1. Man reißt den Putz ab, kratzt den Mörtel aus den Fugen, theert heiß aus und putzt von neuem. — 2. Man schmilzt 1 Pfd. Leinöl, 250 g. Pech u. 64 g. Wachs zusammen und überstreicht damit die Steine mit einem e aan so heiß wie möglich. Zum Ueberputzen der auf solche Weis e behandelten Mauern ist am besten ein Gemenge aus Th. Ziegelmehl. 2 Th. Asche (am besten zerstoßene Steinkohlenschlacken) und 1 Th. Hammerschlag, alles fein gesiebt, und alsdann mit etwas mehr als 2 Th. ungelöschtem, möglichst frischem Kalk vermengt. Man setzt zu dieser Masse nach und nach Wasser und sobald dieselbe anfängt, sich zu löschen, arbeitet man sie gut unter einander. Dies muß fortgesetzt werden, bis die Hitze des gelöschten Kalkes vergangen ist. Diese Masse erhürtet sehr schnell, man darf daher nicht mehr zubereiten, als in einigen Stunden verarbeitet werden kann.