FeedVase
AllerleiBau-Lexikon 1881

Vase, kf., frz. vase, m., engl. vessel span. olla, Iat. vas; eigentlich heißt vas jedes Gefäß; im Mittellat. vas fusile, gegossenes; vas productile, getriebenes Metallgefäß; vas lustricum, Weihkessel; franz. vase ecelésiastique, vase sacré, engl. holy-vessel, lat. vas sacrum, n., Kirchengefäß (s. d.). Jetzt versteht man unter dem Ausdruck V. namentlich Ziergefäße, am häufigsten vom Boden an sich erweiternd, rund, ungefähr bei ½¾ oder ½ der Höhe eingezogen, wodurch sich eine Art Hals bildet, der sich dann nach oben zu erweitert, nach Art eines Blumenkelchs, dessen oberste Breite ziemlich mit der größten Weite der V. übereinstimmt Man benutzt die Vin als Verzierungen auf Dächern, Altanen, Geländern, Thorpfeilern etc., und auch in Gärten etc. freistehend, meistens auf einem Postament. Für die schönsten gelten die griechischen Von, welche jetzt noch als Muster benutzt werden. Man verziert die Vin mit Blumen-oder Blätterguirlanden, mit Tuchbehängen oder, stehen sie tief, mit Basreliefs und Inschriften. Man fertigt sie aus Marmor, Sandstein, Jaspis, Onyx, gegossenem Blei, Zink und Eisen, Blech, Holz od. gebranntem Thon. Vgl. auch d. Art. Gefäß und Keramik, sowie Kelch, Kapitäl, Corbeille.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 399Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Allerlei 6