Becher, das einfachste Trinkgefäß in Cylinder⸗ ö oder abgestumpfter, umgekehrter Kegelform mit plattem Boden. Diese Form ist noch heute dem krug, Wasserkrug) hat einen Henkel daran, die Kanne noch eine Ausgußmündung, der Weinbecher e einen Ständer oder Stengel, woraus einerseits das Stengelglas geworden, andererseits in größe⸗(k zer Form der reichgegliederte Pokal. Aus dem 6 B. ist bei hroerr gten der Humpen geworden. Das ursprüngliche Material ist Thon. Von dieser Art haben die griech. und en Gräber ff halten Keils auf ie in mannigfachen Formen er-A alten, teils auf hohem Juß (der Kanthares), teils b als flache Schale (die Kylix) u. a. An Stelle des 1 Thons ist zunächst Metall getreten und hat insbe⸗( sondere in Silber zu den kunstreichsten Bildunge im Mit so schon bei den Griechen und Römern, dan.: im Mittelalter und in den Zeiten der Renaissance besonders in Deutschland. er Becherfor Abbildunger bieten eine Gruppe von vier echerformen aus ver schiedenen Zeitaltern. Im Bürgerstande und be 1. Griechischer Terracottabecher; 2. Becher; 3. Henkelkanne; den Zünften des Nordens und Englands vor allen wurde Zinn benutzt. Seit dem 16. Jahrh. trat für den gewöhnlichen Gebrauch Glas in erste Linie, ohne zunächst viel an den Formen zu ändern. Die traditionellen Becherformen bildeten die Grundlage der venet., deutschen, böhm., engl. Gläser. Spielformen und Nebenmateriale gab es schon im Altertum. So wurden Büffelhörner benutzt, dann aus dem Elefantenzahn der Olifant gemacht, welches im frühen Mittelalter gleicherweise zum Trink- und Jagdhorn (Blashorn) diente. Im 16. und 17. Jahrh. wurden viele B. aus Elfenbein gearbeitet und mit Schnitzerei verziert, auch gedreht (Passi chtdreherei). Die Künstler der Renaissance schufen die zierlichsten, auf das eleganteste geformten Trinkgefäße aus Bergkr stall und Halbedelstein, welche noch heute die Zierden der Kunstkabinette sind. Eine Nebenform der Kelch, das Trinkgefäß bu den kirchlichen Ge rauch bei dem Abendmahl, der seine eigene Geschichte hat. (S. Kelch.)